Haasenburg-Skandal – auch ein Münchner Problem
Zur gestrigen Antwort des Sozialreferats auf ihre Anfrage zur Haasenburg GmbH eine Pressemitteilung von Stadträtin Dagmar Henn.
Pressemitteilung
Zur gestrigen Antwort des Sozialreferats auf ihre Anfrage zur Haasenburg GmbH erklärt Stadträtin Dagmar Henn:
Als ich meine Anfrage stellte, habe ich gehofft, es befänden sich keine Münchner Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der Haasenburg GmbH. Gestern erklärte nun das Sozialreferat, es seien aktuell sieben Münchner Kinder und Jugendliche dort untergebracht, und in den vergangenen Jahren seien es stets zwischen fünf und zehn gewesen.
Die Haasenburg-Einrichtungen haben insgesamt etwa fünfzig Plätze. Mindestens jedes zehnte dort untergebrachte Kind stammte also aus München.
Mittlerweile gibt es eine sehr ausführliche Berichterstattung in der Hamburger und Berliner Presse, darunter Aussagen nicht nur betroffener Jugendlicher, sondern auch ehemaliger ErzieherInnen, die einem schlicht die Haare zu Berge stehen lassen. Die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt gegen das Unternehmen, durchaus auch wegen aktueller Vorkommnisse. Die Wirksamkeit der Aufsicht durch das brandenburgische Landesjugendamt ist ebenfalls in der Kritik, nachdem berichtet wurde, es hätten nur alle paar Jahre angemeldete Besuche stattgefunden.
All das müsste die Stadt zu sofortigem Handeln zwingen. In der Erklärung zur Anerkennung von Leid und Unrecht in städtischen Heimen hat sich die Stadt verpflichtet, „sicherzustellen, dass alle Kinder und Jugendlichen in der Münchner Stadtgesellschaft unter Achtung all ihrer Rechte gut heranwachsen können“. Genau das sollte getan werden. Und es reicht nicht, die Münchner Kinder und Jugendlichen aus diesen Heimen herauszuholen. Sie haben ein Recht auf Unterstützung, sowohl bei der juristischen wie bei der psychischen Aufarbeitung.
Abwarten, zuschauen und Münchner Kinder schwarzer Pädagogik ausliefern ist nicht die richtige Antwort.
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