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226 % Preissteigerung bei der Fernwärme in weniger als zwei Jahren. Schönfärberei der SWM ist durchschaubares Manöver

Zum 1. Oktober steigen die Fernwärmepreise der Stadtwerke München ein weiteres Mal. Mit einem Verbrauchspreis von 180,32 Euro pro Megawattstunden (€/MWh) erreichen sie damit einen neuen Spitzenwert. In weniger als zwei Jahren hat sich damit der Preis mehr als verdreifacht. Die angekündigte Steigerung um 17% ist Schönfärberei der SWM. Dies sind schlechte Nachrichten für über 250.000 Münchner Haushalte. Mit einem durchschnittlichen jährlichen Wärmebedarf von 15 MWh ergeben sich Mehrkosten von knapp 2.000 Euro pro Jahr im Vergleich zu den Preisen zu Beginn letzten Jahres. Auch andere Energieversorger haben die Preise für Fernwärme angepasst. Dabei bleiben sie jedoch weit unter den Preisen der SWM (siehe Grafik).

Zu den Preissteigerungen der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. / Die PARTEI, Stefan Jagel: „Die extremen Preise der SWM, besonders während der aktuellen Krisen, können wir nicht akzeptieren. Ein Durchschnittshaushalt in Nürnberg oder Stuttgart muss für die Fernwärme mehr als 1.000 Euro weniger bezahlen. Es scheint, als wenn die SWM vor der startenden Heizperiode noch einmal die Hand aufhalten wollen. Die SWM nutzen bei der Fernwärme schamlos ihre Monopolstellung aus und verschärfen so die soziale Krise. Dies ist eines städtischen Unternehmens unwürdig. Neben den Haushalten treffen die Preiserhöhungen auch Pflegeeinrichtungen, Bäcker, soziale Träger und viele andere. Weitere Preissteigerungen sind dadurch vorprogrammiert.

Die SWM stellen sich heute als sozial dar, weil sie die Preiserhöhung nicht in Gänze ausgeschöpft haben. Ein durchschaubares Manöver. Der Vergleich mit anderen Städten zeigt, dass das Gegenteil richtig ist. Weitere Preiserhöhung wären nicht nötig und Preissenkungen wären stattdessen möglich gewesen. Dies zeigt der politisch festgesetzte Preis von 180,32 €/MWh. Wir wollen endlich eine andere und soziale Preispolitik der SWM bei der Fernwärme. Wir fordern weiter eine Senkung der Fernwärmepreise, die Einführung eines Sozialtarifs und die soziale Umverteilung der bei der Fernwärme erwirtschafteten zusätzlichen Gewinne.“

Hintergrund:

Die SWM begründen die Preiserhöhungen mit den stark gestiegenen Gaspreisen auf dem sogenannten Spotmarkt. Sie verschweigen aber, dass Energieversorger Erdgas zum größten Teil über Langfristverträge einkaufen und nicht auf dem Spotmarkt. Ein Vergleich mit anderen Städten zeigt, dass diese trotz höherem Anteil von Erdgas der Fernwärmeerzeugung wesentlich günstigere Preise haben. (München: 180,32 €/MWh bei 48,6% Erdgas; Nürnberg: 129,5 €/MWh bei 90% Erdgas; Berlin (Juli 22): 98,8 €/MWh bei 77% Erdgas). Der Vergleich macht deutlich, dass der aktuelle Preis der Fernwärme nicht den wahren Kosten für die Erzeugung der Fernwärme entspricht. Auch der Vergleich mit der Entwicklung der M-Erdgas Preise zeigt die Schwäche der Argumentation der SWM: der Verbrauchspreis stieg bei M-Erdgas um 70% seit Anfang letzten Jahres, während der Verbrauchspreis der Fernwärme im gleichen Zeitraum um 226 % stieg.

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