Antrag: Korrekturen für Horror-Heizkosten am Hasenbergl: Gleiches Recht für alle!

Brigitte Wolf

Der Stadtrat beauftragt die Münchner Wohnen, die Heizkostenabrechnungen der Jahre 2022 und 2023 für die alle 338 Haushalte der Münchner Wohnen zwischen Stösserstraße, Wintersteinstraße und Fortnerstraße gemäß einer Flächenkorrektur wegen eines Rohrwärmefalls zu korrigieren. Aufgrund der hohen Wärmeverluste sollen jeweils 30 % der Erdgaskosten pauschal gekürzt werden. 

Darüber hinaus soll das Heizsystem, das die hohen Wärmeverluste verursacht, schnellstmöglich erneuert werden.

 

Begründung


Die Wohnanlage der Münchner Wohnen an der Wintersteinstraße im nördlichen Hasenbergl war in den letzten Jahren immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit. Heizkostenrechnungen von teilweise über 12.000 Euro wurden von der städtischen Wohnungsgesellschaft verschickt. Viele Haushalte wurden durch die Nachzahlungen an den Rand der Existenz gebracht. 

Nachdem die Linke den Fall Ende 2024 in die Öffentlichkeit gebracht hat[1], wurde die Schuld zunächst auf die Mieter*innen selbst geschoben. Die Linke äußerte schon von Beginn an den Verdacht, dass die hohen Heizkosten nur durch hohe Wärmeverluste zustande kommen können – so genannte Rohrwärmeverluste[2]. Im November 2025 – ein Jahr nach Bekanntwerden des Falls – hat sich Oberbürgermeister Dieter Reiter, Aufsichtsratsvorsitzender der Münchner Wohnen, für die hohen Heizkosten entschuldigt und eingestanden, dass die hohen Wärmeverluste ursächlich für die Heizkosten waren[3]. „Und natürlich habe ich die Münchner Wohnen beauftragt, die sich aus diesen Fehlabrechnungen ergebenden Guthaben sofort an die Mieterinnen und Mieter zurückzuzahlen.“ 

Während erste Mietparteien zwischen Dezember und Februar bis zu 11.000 Euro an zu viel gezahlten Heizkosten zurückerhalten haben, warten die meisten Betroffenen noch bis heute auf eine Korrektur – entgegen der Aufforderung von Dieter Reiter[4]. Laut Münchner Wohnen wurden bislang nur 32 Mietparteien mit durchschnittlich 2.100 Euro ausbezahlt – dabei handelte es sich lediglich um Mietparteien, die Ende 2024 einen Widerspruch wegen eines fehlenden Wärmemengenzählers eingelegt hatten. Eine Thematik, die nicht direkt mit den Rohrwärmeverlusten im Block zusammenhängt. 

Die Ursache für die hohen Wärmeverluste ist eindeutig ein altes und kaputtes Heizungssystem. In vielen Wohnungen entweicht so viel Wärme, dass die Wohnungen selbst im Winter oft bis zu 30°C warm sind und die Bewohner*innen die Wohnungen nur abkühlen können, indem sie die Fenster aufmachen und die Wärme zum Fenster entweicht. Diese verlorene Wärme wurde bislang von einzelnen Mietparteien bezahlt, die am Ende der Heizungsstränge wohnen und die Heizungen anmachen müssen. In Zukunft werden die Kosten auf alle Mietparteien umgelegt. 

Trotz der energetischen Sanierung, die erst vor etwa zehn Jahren stattgefunden hat, lag der Energieverbrauch der Wohnblöcke in den letzten Jahren zwischen 230 und 260 Kilowattstunden Erdgas pro Quadratmeter Wohnfläche. Schon ab 194 kWh/m² gibt der Heizspiegel 2025 einen zu hohen Erdgasverbrauch für ähnliche Wohnblöcke an[5]. Bei vergleichbaren Wohnblöcken der Münchner Wohnen am Harthof liegen die Werte ohne zusätzliche Wärmedämmung zwischen 160 und 190 kWh/m². 

Da die Mietparteien an der Wintersteinstraße für die offensichtlich hohen Wärmeverluste keine Schuld trifft, sollten der Anteil an Energieverbrauch, der über einem vergleichbaren Wohnungsblock liegt von den Gesamtkosten abgezogen werden. Ein Wert von 30% würde den Mehrkosten entsprechen. Darüber hinaus muss das Heizungssystem erneuert werden. Dies ist im Zuge von Mieter- und Klimaschutz sowie aus wirtschaftlichen Gründen dringend geboten.

 

Initiative:                                                                                         Gezeichnet:
Stadträtin Brigitte Wolf                                                           Stadtrat Stefan Jagel

                                                                                                              Stadträtin Marie Burneleit 

                                                                                                              Stadtrat Thomas Lechner

 


[1] https://www.tz.de/muenchen/stadt/um-die-rueckerstattung-von-heizkosten-mieter-der-muenchner-wohnen-kaempfen-93447912.html

[2] https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-heizkosten-nachzahlung-muenchner-wohnen-hasenbergl-li.3285985 

[3] https://ru.muenchen.de/2025/211/OB-Reiter-Heizkostenabrechnungen-bei-der-Muenchner-Wohnen-werden-korrigiert-121116 

[4] https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchner-wohnen-heizkosten-rueckzahlungen-dieter-reiter-li.3450096 

[5] https://www.heizspiegel.de/fileadmin/hs/heizspiegel-2025/HeizspiegelFlyer_2025_web_BAK_bis_1977.pdf