Antrag: Kulturelle Zwischennutzung auf dem Areal Hansastraße 31 ermöglichen – Werkstatt- und Kreativflächen für Kultur- und Kreativschaffende öffnen
Die Verwaltung wird beauftragt, auf dem städtischen Areal Hansastraße 31 kurzfristig eine kulturelle Zwischennutzung der derzeit überwiegend als Lagerfläche genutzten Räume zuzulassen, solange bis eine endgültige bauliche und nutzungsseitige Entwicklung des Grundstücks (u. a. im Rahmen der geplanten Entwicklung als Gewerbehof) umgesetzt wird.
Neben Ausstellungs-, Proben- und Veranstaltungsflächen sollen ausdrücklich auch Werkstattflächen für handwerkliches und künstlerisches Arbeiten (z. B. Holz-, Metall-, Siebdruck-, Fahrrad- oder Textilwerkstätten) in das Zwischennutzungskonzept aufgenommen werden.
Die derzeitigen Nutzer*innen und Mieter*innen des Areals, sind bei der Erarbeitung des Nutzungskonzepts frühzeitig einzubeziehen.
Die Vergabe der Zwischennutzungsflächen soll transparent, diskriminierungsfrei und zu sozialverträglichen, nicht-kommerziellen Konditionen erfolgen, mit Priorität für Münchner Kultur-, Kreativ- und Nachbarschaftsinitiativen, die andernorts keinen bezahlbaren Raum finden.
- Der Stadtrat wird über den Fortgang – insbesondere über die Ergebnisse der laufenden Machbarkeitsstudie zur langfristigen Entwicklung des Areals und den Zeitplan bis zur endgültigen Umsetzung – zeitnah informiert.
Begründung:
Für das Areal Hansastraße 31 in Sendling-Westpark ist eine Entwicklung des Grundstücks als Gewerbehof durch die Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrumsgesellschaft (MGH) vorgesehen.
Nach bisherigen Erfahrungen ist hierfür jedoch mit einem Zeitraum von rund zehn Jahren bis zur Realisierung zu rechnen. Bis zum Vorliegen der Machbarkeitsstudie und eines abschließenden Nutzungskonzepts bleibt die weitere bauliche Entwicklung offen insb. steht die Entwicklung unter Finanzierungsvorbehalt.
Gerade weil eine dauerhafte Lösung noch Jahre auf sich warten lassen wird, darf die Zeit bis dahin nicht ungenutzt verstreichen. Aktuell werden Teile des Gebäudes vor allem als Lagerfläche genutzt, während in München seit Jahren ein eklatanter Mangel an bezahlbaren Kultur-, Proben- und Werkstatträumen besteht. Freie Kunst- und Kulturschaffende, Bandprojekte, Handwerks- und Reparaturinitiativen sowie Nachbarschaftsprojekte finden kaum noch geeignete und finanzierbare Flächen in der Stadt. Eine kulturelle Zwischennutzung der Hansastraße 31 – ausdrücklich auch als Werkstattfläche – kann diesen Bedarf kurzfristig und unbürokratisch decken, ohne der langfristigen Planung vorzugreifen.
In das Konzept der kulturellen Zwischennutzung sollen die bestehenden Nutzer*innen der Lagerfläche einbezogen werden und dieses mit ihnen gemeinsam entwickeln.
| Initiative: Stadtrat Stefan Jagel | Gezeichnet: Stadträtin Liliana Parente Stadträtin Katharina Horn Stadtrat Arif Haidary Stadtrat Christian Schwarzenberger |
Hier geht's zum Antrag im RatsInformationsSystem: https://risi.muenchen.de/risi/antrag/detail/9806465

