Antrag: Keine städtischen Mittel für Titelfeiern der Fußballmillionäre des FC Bayern München
Die Stadtverwaltung wird angewiesen, keine städtischen Mittel mehr für die Meister- und Titelfeiern der Fußballmännermannschaft des FC Bayern München zur Verfügung zu stellen. Die Kosten für die Feierlichkeiten sollen vom Verein selbst getragen werden.
Begründung
Traditionell wird der Rathausbalkon genutzt, um dem FC Bayern München eine Bühne zu bieten, sich selbst und seine Trophäen zu feiern. Bis auf wenige Ausnahmen findet dies jährlich statt. Dieses Jahr soll die Meisterfeier am 17. Mai stattfinden. Es ist verständlich, dass große sportliche Erfolge Münchner Mannschaften auch an einem prominenten Ort wie dem Rathausbalkon gefeiert und gewürdigt werden können. Jedoch übernimmt die Stadt weiterhin die Kosten für die Feierlichkeiten. 2019 beliefen sich diese auf 402.290 Euro[1]. Sie dürften mittlerweile im Zuge der Inflation auf mindestens eine halbe Millionen Euro gestiegen sein.
Die Haushaltslage der Stadt München spitzt sich aktuell immer weiter zu. Zahlreiche wichtige Projekte und Förderungen aus der Zivilgesellschaft stehen auf Prüf- oder gar Streichlisten, soziale Einrichtungen droht das Aus[2]. Die Verwaltung ist durch einen Einstellungsstopp am Limit. Bevor die Stadt weiter Kosten für einen der reichsten Vereine der Welt übernimmt, sollten entsprechende Budgets für den sozialen Frieden der Stadt genutzt werden.
Der FC Bayern hat in der letzten Saison sein operatives Ergebnis auf 187,8 Millionen Euro weiter gesteigert[3] und einzelnen Spielern bis zu 25 Millionen Euro Jahresgehalt bezahlt. Dieser Verein ist definitiv nicht auf städtische Mittel angewiesen. Es ist nicht zu erklären, wieso die Stadt am eigenen Personal den Rotstift ansetzt und gleichzeitig dem FC Bayern den roten Teppich ausrollt. In der Begründung für die Kostenübernahme der Stadt griff die Stadt in der Vergangenheit eine Auftragsstudie des FC Bayern Münchens auf, die suggeriert der Verein hätte regionalökonomische Effekte von 4,5 Mrd. Euro jährlich für die Region[4]. Während die Stadt unkritisch solche Zahlen übernimmt, werden solche Auftragsstudien von der Wissenschaft durchaus kritisch bewertet[5].
Mit einer Meisterfeier im Rathaus gewähren wir dem FC Bayern München ein großes Privileg. Dass dies aber aus Steuermitteln finanziert wird, muss ein Ende haben. Die Kasse des FC Bayern ist prall gefüllt – die der Stadt hingegen nicht. Die Finanzierung der Meisterfeier des FC Bayern kann sich die Stadt sparen, eine gute Verwaltung hingegen nicht.
Initiative: Stadtrat Arif Haidary | Gezeichnet: Stadtrat Stefan Jagel Stadträtin Liliana Parente Stadträtin Katharina Horn |
[1] https://risi.muenchen.de/risi/antrag/detail/6602189?dokument=v6690880
[2] https://www.abendzeitung-muenchen.de/muenchen/arbeitslose-und-fluechtlinge-spart-muenchen-am-falschen-ende-art-1091545
[3] 251102 Pressemitteilung FC Bayern München Jahresabschluss der Saison 2024/25
[4] https://risi.muenchen.de/risi/dokument/v/9216604
[5] https://www.wifo.ac.at/wp-content/uploads/upload-2785/mb_2023_07_04_sportgro_veranstaltungen_.pdf

