Antrag: Hitzeschutz als Schwerpunktthema im 17. Marktbericht Pflege
Das Sozialreferat wird gebeten, im 17. Marktbericht Pflege – der jährlichen Marktübersicht über die teil- und vollstationäre pflegerische Versorgung in München, der für das Jahr 2027 vorgesehen ist – dem Thema „Hitzeschutz“ einen besonderen Schwerpunkt zu widmen. Im Rahmen dieses Schwerpunkts soll insbesondere dargestellt werden: 1. Welche baulichen und technischen Hitzeschutzmaßnahmen (z. B. Verschattung, Kühlungsmöglichkeiten, Fassaden- und Dachbegrünung, Frischluftkonzepte) in den Münchner teil- und vollstationären Pflegeeinrichtungen bereits vorhanden sind bzw. wieviel Einrichtungen über kühle Orte verfügen. 2. Ob und in welcher Form die Einrichtungen über Hitzeaktionspläne bzw. verbindliche Hitzeschutzkonzepte verfügen. 3. Welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Hitzebelastung der Pflegekräfte zu reduzieren. 4. Ob Einrichtungen aufgrund von Hitze schon Zimmer von Bewohner*innen mal nicht belegen konnten. 5. Welcher weitere Handlungs-, Förder- und Investitionsbedarf sich aus Sicht der Einrichtungen und des Sozialreferats ergibt, um den Hitzeschutz in der Pflege in München nachhaltig zu verbessern. Begründung: Die gesundheitlichen Folgen von Hitzeperioden nehmen bundesweit spürbar zu und treffen alte und pflegebedürftige Menschen besonders hart. Nach aktuellen Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden bis zur Kalenderwoche 32 des Jahres 2026 bundesweit bereits rund 14.000 hitzebedingte Sterbefälle registriert1. Nach den zugrundeliegenden vorläufigen Zahlen von Anfang August 2026 entfielen von rund 12.500 hitzebedingten Todesfällen etwa 6.270 auf die Altersgruppe ab 85 Jahren und weitere 3.110 auf die 75- bis 84-Jährigen – zusammen also rund drei Viertel aller Hitzetoten. Auch in den Vorjahren zeigte sich dasselbe Muster: Bereits 2025 entfielen von den bis August geschätzten Hitzetoten rund 7.040 auf die Altersgruppe der über 85-Jährigen. Diese Zahlen bestätigen eindrücklich, was in der Forschung seit Langem bekannt ist: Hochbetagte, häufig mehrfach erkrankte und in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen sind durch Hitze besonders gefährdet – unter anderem wegen eines verminderten Durstempfindens, eingeschränkter Thermoregulation, chronischer Vorerkrankungen und der Einnahme hitzesensibler Medikamente. Genau diese Personengruppe lebt oft in den teil- und vollstationären Pflegeeinrichtungen der Landeshauptstadt München. Der jährliche Marktbericht Pflege des Sozialreferats ist das zentrale Instrument des Stadtrats, um sich einen fundierten Überblick über die Situation in den Münchner Pflegeeinrichtungen zu verschaffen. Angesichts der zunehmenden Häufigkeit und Intensität von Hitzeperioden sowie der weiterwachsenden Zahl hochbetagter, pflegebedürftiger Menschen in München ist es notwendig, dass der Stadtrat systematisch darüber informiert wird, wie gut die Münchner Pflegeeinrichtungen auf Hitzeperioden vorbereitet sind, wo Hitzeschutzkonzepte bereits greifen und wo noch Verbesserungs- oder Förderbedarf besteht. Der 17. Marktbericht Pflege im Jahr 2027 bietet hierfür einen naheliegenden und geeigneten Rahmen, um Hitzeschutz als festen Bestandteil der kommunalen Pflegeberichterstattung zu verankern.
