Neufreimann wird gesundes Stadtviertel – Präventionskette Neufreimann ermöglichen

Stefan Jagel
AntragArbeit & SozialesGesundheitMieten

Das Gesundheitsreferat wird in Abstimmung mit dem Sozialreferat und dem Referat für Bildung und Sport gebeten, eine „Präventionskette Neufreimann“ zu ermöglichen. Die „Präventionskette Neufreimann“ (Gelände der ehemalige Bayernkaserne) soll zum Ziel haben, dass im neu geschaffenen Stadtteil Angebote der kommunalen Gesundheitsvorsorge und der Prävention implementiert werden.

Weiter wird das Gesundheitsreferat gebeten, für die „Präventionskette Neufreimann“ eine Förderung über Mittel des Präventionsgesetzes über die Krankenkassen zu akquirieren.

Das Gesundheitsreferat wird weiter beauftragt, ein Vergabeverfahren einzuleiten, um die externe Begleitung wie in der „Präventionskette Freiham“ auch in der „Präventionskette Neufreimann“ zu ermöglichen.

Begründung

Auf den Zusammenhang zwischen Gesundheit und sozialer Lage und die damit einhergehende gesundheitliche Ungleichheit in München haben die Antragsstellenden vielfach hingewiesen. Das Gesundheitsreferat, sowie auch die Fachwelt, teilt diese Einschätzung in unterschiedlichen Beschlussvorlagen bzw. Fachzeitschriften. Auch im Münchner Armutsbericht heißt es: „Die Ursachen für ungleiche Gesundheitschancen liegen in den prägenden psychosozialen und sozioökonomischen Lebensbedingungen ab der (frühen) Kindheit und den damit verbundenen ungleichen Entwicklungs-, Bildungs- und Teilhabechancen. Dies verweist auf die Tatsache, dass die wesentlichen Bedingungsfaktoren für Gesundheit und Krankheit außerhalb des Gesundheitswesens liegen.“1

Dieser Zusammenhang bildet sich in München insb. im Münchner Norden auch räumlich ab. Auch auf dieses Ungleichgewicht machten die Antragsstellenden in unterschiedlicher Weise bereits aufmerksam.

Gleichzeitig kann das Gesundheitsreferat auf ein erfolgreiches, noch laufendes Projekt mit der „Präventionskette Freiham“ blicken. Die Präventionskette Freiham setzt auf multiprofessionelle, übergreifende Zusammenarbeit. Die Präventionskette Freiham hat zum Ziel, allen Kindern und Jugendlichen ein gutes, gesundes Aufwachsen und Teilhabe zu ermöglichen – unabhängig vom sozialen Status der Familie.2 Das Projekt bindet bereits frühzeitig die Bewohner*innen mit ein.

Auf dem Gelände der früheren Bayernkaserne in Freimann entstehen rund 5.500 Wohnungen für bis zu 15.000 Menschen.3 Die Ermöglichung einer Präventionskette für dieses neue Stadtquartier hätte die Chance, gesundheitliche und soziale Chancengleichheit zu schaffen, sowie von Anfang an die Angebote miteinander zu verzahnen. Die gesundheitliche und soziale Benachteiligung von besonders betroffenen Bevölkerungsgruppen werden dabei diskriminierungsfrei gemindert. Mittelfristig sehen wir in dem neuen Stadtquartier auch die Errichtung eines GesundheitsTreffs.

Es hat sich in Freiham bewährt, dass die Präventionskette mit externer Begleitung durch den Träger MAGs – München Aktiv für Gesundheit e.V. erfolgt. Diese erfolgreiche Kooperation externer Träger und referatsübergreifende Zusammenarbeit braucht es auch bei dem Projekt in Neufreimann, damit die Präventionskette erfolgreich ist.

Eine Finanzierung soll primär über das Präventionsgesetz und damit über die Krankenkassen erfolgen.

Initiative:
Stadtrat Stefan Jagel

Gezeichnet:
Stadträtin Marie Burneleit
Stadträtin Brigitte Wolf
Stadtrat Thomas Lechner


1 Vgl. Landeshauptstadt München (Hg.), 2022: Armutsbericht München 2022, S. 218f.
2 https://stadt.muenchen.de/infos/praeventionskette-freiham.html
3 https://stadt.muenchen.de/infos/neufreimann.html

Link zum RIS: https://risi.muenchen.de/risi/antrag/detail/7768863;jsessionid=5C99E5DD8ACA54D0F9FFF0C1E336F7AA