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Marie Burneleit (DIE PARTEI)

Anfrage: Konzert von Frei.Wild in der Olympiahalle

Am 06.01.2023 tritt die Band Frei.Wild in der Olympiahalle auf. Die italienische Band steht schon lange in der Kritik, auch die Fachinformationsstelle Rechtsextremismus firm schrieb noch 2021: „Frei.Wild mag keine extrem rechte Band sein, sie ermöglicht aber mit ihrem reaktionären Heimatbegriff, der sich an den von Neuen Rechten wie der Identitären Bewegung propagierten Ethnopluralismus anlehnt, jungen Fans einen leichten Einstieg in rechte Ideologien. In den Texten ist, wenn auch nicht so explizit wie bei klassischem Nazirock, vieles davon enthalten: Nationalismus, Sexismus, Misogynie, Antisemitismus. Das ist gefährlich, gerade weil die Band im Mainstream so verankert ist und mit Liedern über Liebeskummer, gekränkten männlichen Stolz, Alkohol etc. insbesondere jungen Männern breite Identifikationsmöglichkeiten bietet.“ 1

Der Bayrische Rundfunk schreibt: „Bei allem Blut & Boden sind Frei.Wild keine Nazis im klassischen Sinne. Eher schon: die Pop-Variante der neurechten Ideologie des Ethnopluralismus. Wie die Identitären propagieren Ethnopluralisten das Gebot der ethnischen Reinheit, die es zu verteidigen gilt gegen das gefährlich Fremde. Ethnopluralismus ist also exakt das Gegenteil von kultureller Vielfalt und deswegen attraktiv: für Rechte und für Rechtsextreme.“ 2

Wir bitten in diesem Kontext den Oberbürgermeister, folgende Fragen zu beantworten:

  1. Wurde im Aufsichtstrat der Olympiapark GmbH die geplanten Konzerte für 2023 thematisiert? Speziell auch das Konzert von Frei.Wild?
    1. Wenn ja: erfolgt eine Einordnung der gebuchten oder angefragten Artists seitens der Landeshauptstadt München, z.B. durch die Fachstelle Demokratie?
  2. Wie schätzt die Fachstelle Demokratie die Band Frei.Wild ein, bezogen auf die oben genannten Bezüge zu Antisemitismus und Nationalismus?
  3. Nach welchen Grundsätzen und Leitlinien werden seitens des Eigenbetriebs Olympiapark GmbH, einer 100% Tochter der Landeshauptstadt München, die Bookings und Vergaben der Flächen getroffen?
  4. Wie wurde in der Vergangenheit mit kritischen Artists in städtischen Eigenbetrieben umgegangen (z.B. Roger Waters)?
  5. Welche Pläne gibt es, solche Konzerte und Bookings in Zukunft zu vermeiden und mutmaßlich rassistischen oder antisemitischen Künstler*Innen keine Bühne mehr zu geben?

Initiative:
Stadträtin Marie Burneleit

Gezeichnet:
Stadtrat Stefan Jagel
Stadträtin Brigitte Wolf
Stadtrat Thomas Lechner


Dieser Antrag ist im Generischen Femininum formuliert: es gelten grammatikalisch feminine Personenbezeichnungen gleichermaßen für Personen mit nicht-binärem, weiblichem, und männlichem Geschlecht.

  1. https://www.feierwerk.de/fileadmin/firm/Pressemitteilungen/Pressemitteilung_firm_Die_Band_Freiwild_08_02_2021.pdf
  2. https://www.br.de/nachrichten/kultur/wie-rechts-sind-freiwild,Qoo0aEZ

Link zum RIS: https://risi.muenchen.de/risi/antrag/detail/7463732

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