Antrag:Clubkultur schützen (1) - Lärmschutzmaßnahmen für Clubs und Nachtkulturstätten fördern
Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung wird beauftragt, das bestehende Förderprogramm „Wohnen ohne Lärm“ um eine Programmsäule „Lärmschutzmaßnahmen in Clubs und anderen Einrichtungen der Nachtkultur“ zu ergänzen und zu fördern.
Dabei sollen insbesondere folgende Punkte berücksichtigt werden:
- Förderung von baulichen Schallschutzmaßnahmen in Clubs und ähnlichen Kulturorten
- Beratung der Betreiber*innen über geeignete Maßnahmen zur Lärmreduzierung
- Vermeidung von Nutzungskonflikten zwischen Nachtkultur und Wohnbebauung
Begründung
Das Förderprogramm „Wohnen ohne Lärm“ wurde aufgelegt, um Wohnraum an lärmbelasteten Straßen zu schützen.
Das bestehende Programm „Wohnen ohne Lärm“ bietet mit seinem klaren Fördermodell eine Blaupause, um auch die Kultur- und Clublandschaft vor Verdrängung durch Nutzungskonflikte zu schützen. Die Nachfrage im Wohnbereich bleibt laut aktuellem Zwischenstand deutlich hinter den verfügbaren Mitteln zurück; so sind allein für dieses Jahr noch mehr als 80% des jährlichen Budgets verfügbar. Eine Ausweitung auf Clubs und Live-Musikspielstätten wäre daher kulturpolitisch sinnvoll.
Clubs und Orte der Nachtkultur sind regelmäßig von Nutzungskonflikten betroffen, insbesondere durch nachträgliche Wohnbebauung in der Umgebung oder Beschwerden von Anwohner*innen. Diese Konflikte gefährden den Fortbestand der Nachtkultur in München massiv.
Städte wie Berlin, Hamburg und Leipzig fördern bereits seit Jahren Lärmschutz in Clubs, weil sie deren Wert als kulturelle, soziale und wirtschaftliche Orte anerkennen. München muss diesem Vorbild folgen, wenn es seine vielfältige Kulturlandschaft bewahren will. Die Förderung von Lärmschutzmaßnahmen für Gewerbeflächen stellt eine kosteneffektive Maßnahme zur Befriedung des gesamten umliegenden Wohnraumes da und würde daher auch den Zweck des Förderprogrammes erfüllen.
Initiative: | Gezeichnet: Stadtrat Stefan Jagel Stadträtin Brigitte Wolf Stadtrat Thomas Lechner |
Hier geht's zum Antrag im RatsInformationsSystem: https://risi.muenchen.de/risi/antrag/detail/9199105

