Städtische Beschäftigte am Limit – Linke fordert bessere Arbeitsbedingungen

Mit einer Anfrage wollte die Fraktion Die Linke / Die PARTEI herausfinden, wie hoch die Arbeitsüberlastung in der Stadtverwaltung ist. Die Antwort, des Personal- und Organisationsreferates ist ein Alarmsignal und macht die Dringlichkeit des Themas mehr als deutlich. Dies lässt sich insbesondere an der Rückmeldung der Personalräte aller Referate erkennen. (Siehe Antwortschreiben Anlage 4).

Die Überbelastung drückt sich in Form von Überstunden aus (im Schnitt 44 Stunden pro Beschäftigte – allein bei den 22.000 Beschäftigten, die ihre Arbeitszeit digital eintragen, knapp 1 Millionen Überstunden), bei der Krankheitsquote (im Schnitt ca. 10%, in der Abfallwirtschaft sogar bei 14,5 %) und – besonders erschreckend – in der Anzahl der psychosozialen Beratungen (doppelt so viele wie 2018).

Fraktionsvorsitzender im Münchner Stadtrat Stefan Jagel, Die Linke, zeigt sich erschrocken: „Was wir befürchtet hatten, hat sich nun bestätigt. Die Beschäftigten der Stadt sind am Limit. Das hat auch dramatische Auswirkungen für die Münchnerinnen und Münchner. Das Angebot der Stadt schrumpft, Anträge brauchen länger und die Beschäftigten können sich nicht mehr so viel Zeit nehmen, wie sie gerne würden. “

Nahezu alle Bereiche berichten von einer „eklatanten Unterbesetzung“. Dieser allseits bekannte Personalmangel wird dadurch noch viel gravierender, dass bis 2030 9,2 % (3.725 Beschäftigte) der städtischen Beschäftigten in Rente gehen. Zugleich nehmen die Aufgaben in den Referaten zu, die Stadt wächst und damit auch die Anforderungen an die Verwaltung. Alle Bürger und Bürgerinnen sind auf eine handlungsfähige Stadtverwaltung angewiesen, sei es, um einen Pass zu beantragen, einen Kita Platz zu erhalten oder ein Gewerbe anzumelden.

Fraktionsvorsitzender im Münchner Stadtrat Stefan Jagel, Die Linke, fordert: „Bei den derzeitigen Herausforderungen brauchen wir schleunigst eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen – insbesondere bei der anstehenden Fluktuation – sonst fliegen uns spätestens 2030 die Probleme dreifach um die Ohren. Die Stadt läuft Gefahr, dauerhaft ein schlechter Arbeitgeber zu sein und nicht mehr ihrer Kernaufgabe nachzukommen: nämlich für die Bürger und Bürgerinnen da zu sein. Das ist ein Nährboden für den Rechtsruck und allgemeine Politikverdrossenheit in der Bevölkerung.“

In der Stellungnahme findet der Gesamtpersonalrat der Stadt München deutliche Worte und warnt vor künftiger Handlungsunfähigkeit der Stadtverwaltung.