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Weitere Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) – Famulaturen und PJ-Abschnitte im Gesundheitsreferat ermöglichen

Antrag

Das Gesundheitsreferat wird beauftragt, sich unter Beteiligung des Personal- und Organisationsreferates an die beiden Medizinischen Fakultäten der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Technische Universität München mit dem Ziel zu wenden, dass mindestens eine der beiden Universitäten eine Kooperationsvereinbarung bzw. Anerkennung mit dem Gesundheitsreferat abschließt, damit ab dem Wintersemester 22/23 Famulaturen und PJ-Abschnitte auch im Gesundheitsreferat München möglich sind.

Sollte dies mit den beiden o.g. Universitäten nicht zu ermöglichen sein, soll geprüft werden, ob es eine Kooperationsvereinbarung mit anderen Medizinischen Fakultäten in Bayern geben könnte.

Weiter wird das Gesundheitsreferat gebeten, dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorzulegen, wie viele zusätzliche Ressourcen für die „Koordination studentischer Ausbildung“ im Gesundheitsreferat benötigt werden, wenn dauerhaft Medizinstudierende Famulaturen und PJ-Abschnitte im ÖGD absolvieren würden.

Dem Stadtrat ist das zu entwickelnde und mit der ausgewählten Universität abzustimmende Ausbildungslogbuch zur Kenntnis zu geben.

Weiter wird das Gesundheitsreferat gebeten, mit den beiden Medizinischen Fakultäten zu sprechen, wie zukünftig die Sachkenntnisse zum öffentlichen Gesundheitswesen und zur Bevölkerungsmedizin in den Lehrplan in München einfließen können. Die Ergebnisse dieser Gespräche werden dem Stadtrat zur Kenntnis gegeben.

Begründung

Die COVID-19-Pandemie stellte den Öffentlichen Gesundheitsdienst in München vor vielfältige und große Herausforderungen. Die unzureichende Personalausstattung des ÖGD wurde seit Beginn der Pandemie besonders deutlich. Bundes- und Landesregierungen haben dieses Problem erkannt und einen Pakt ÖGD abgeschlossen. Dieser Pakt ÖGD sieht Personalaufstockungen von 85 Stellen bis ins Jahr 2026 vor1. Gleichzeitig treten im Gesundheitsreferat bis 2030 133 Mitarbeiter*innen in den Ruhestand ein. Davon 71 Mitarbeiter*innen im Gesundheitsdienst2.

In der derzeitigen Fachkräftesituation in München stellt die Schaffung der notwendigen 85 Stellen und der Nachbesetzung der o.g. Stellen das GSR vor eine große Herausforderung. Ein wichtiger Bestandteil für die strukturelle Weiterentwicklung des ÖGD und um dieses Nachwuchsproblem in Zukunft zu lösen, wäre deshalb aus unserer Sicht, Medizinstudierende bereits frühzeitig auf die Tätigkeit im ÖGD aufmerksam zu machen und sie für dieses Aufgabenspektrum zu begeistern.

Ein weiterer Bestandteil des o.g. Paktes für den ÖGD war die Änderung der Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO). In der aktuellen Veränderung, die am 17.09.2021 vom Bundesrat beschlossen worden ist und die seit dem 01. Oktober 2021 gilt, wurde nun die Möglichkeit eröffnet, dass Famulaturen und PJ-Abschnitte in den Gesundheitsämtern ab Mai 2022 möglich sind3. Neben den o.g. Argumenten sollten wir aus unserer Sicht für das Münchner Gesundheitsreferat, immerhin eines der größten Gesundheitsämter in Deutschland, in der Ausbildung von Medizinstudierenden Vorreiterin werden und somit einen wichtigen Bestandteil für die strukturelle und zukunftsorientierte Weiterentwicklung des ÖGD leisten.

Initiative:
Stadtrat Stefan Jagel

Gezeichnet:
Stadträtin Marie Burneleit
Stadträtin Brigitte Wolf
Stadtrat Thomas Lechner


1 Vgl. hierzu Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V 03061 Seite 2 und 3; Haushalt 2021; Umsetzung des Haushaltssicherungskonzepts im Gesundheitsreferat auf der Grundlage der in der Vollversammlung beschlossenen Vorgaben zum Haushaltssicherungskonzept
2 Vgl. hierzu Antwort auf eine Schriftliche Anfrage Nr. 20-26 / F 00218 der Stadtratsfraktion DIE LINKE. / Die PARTEI vom 15.03.2021
3 Vgl. hierzu Bundesratsdrucksache 634/21 vom 17.09.2021

Link zum RIS: https://risi.muenchen.de/risi/antrag/detail/6970698

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