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Pressemitteilung: Energiewende in München? Fehlanzeige! DIE LINKE fordert lokal zu handeln

Stadträtin Brigitte Wolf (DIE LINKE) betont nochmals, dass die Stadtwerke München sich auf ihre Kernaufgabe konzentrieren sollten, nämlich die kommunale Daseinsvorsorge, statt global zu agieren.

Pressemitteilung DIE LINKE. im Stadtrat München: 29. August 2019

Energiewende in München? Fehlanzeige! DIE LINKE fordert lokal zu handeln

Die Stadtwerke München (SWM) bezeichnen sich selbst als „Vorreiter der Energiewende“. Während sie seit Jahren europaweit Großprojekte vorantrieben, wird kaum in die Potentiale erneuerbarer Energien in der Region München investiert. Deutlich zeigt sich dies in der Antwort der SWM auf die Anfrage der Stadtratsgruppe der LINKEN „Lokal handeln, statt global zu investieren II: Nehmen die SWM die Wichtigkeit einer dezentralen Energiewende ernst?

Darin wird deutlich, dass vor allem seit Beginn der Ausbauoffensive Erneuerbare Energien 2008 kaum Gelder in Projekte Erneuerbarer Energien in München und der Region (umliegende Landkreise) fließen, während die überregionalen Investitionen rasant angestiegen sind. 20-mal mehr Geld wurde überregional als regional investiert. Die installierte elektrische Leistung bei Photovoltaik, Biogas, Wasser- und Windkraft in der Region ist praktisch konstant geblieben. 

Die Stadträtin Brigitte Wolf kritisiert diese Entwicklung seit Jahren: „Die Antworten auf unsere Anfrage zeigen eines ganz deutlich. Eine Energiewende in der Region geschieht aktuell kaum! Wir vertreten seit Jahren die Position, dass die SWM sich auf Ihre Kernaufgabe konzentrieren sollte, nämlich die kommunale Daseinsvorsorge. In diesem Fall heißt dies die Energiesicherheit Münchens möglichst mit erneuerbaren Energien zu gewährleisten. Jedoch handelt die SWM vermehrt wie ein global agierender Energiekonzern und spielt lieber in der Liga der Großen, anstatt eine dezentrale Energiewende voranzutreiben. Leider ist hier größtenteils Stillstand zu sehen in den letzten 10 Jahren.

Positiv zu bemerken sind die Anstrengungen der SWM beim Ausbau der Geothermie, auch wenn wir uns diese schon früher gewünscht hätten. Angesichts der Klimakrise ist es jedoch angebracht dabei noch einen Zahn zuzulegen. Wir wollen, dass die SWM mutiger im Sinne der Energiewende handeln und auch hier in Zukunftstechnologien wie Power-to-Gas investieren. Ich bin mir sicher, dass die SWM die Expertise dazu besitzt und somit zu einem wahren Vorreiter der Energiewende werden kann.“

„Die globale Reduktion des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes ist jedoch das vordringlichste Ziel unserer Zeit und verzeiht keinen Aufschub.“ Diesem Satz aus der Antwort der SWM schließen wir uns vollkommen an. Jedoch bleibt das Ziel der SWM, bis 2025 den Strom Münchens vollständig durch erneuerbare Energien decken zu können, reine Augenwischerei, solange in der Region in Wahrheit ein großer Teil des Strombedarfs durch Kohle-und Gaskraftwerke, sowie dem Atomkraftwerk Isar 2 gedeckt wird. So produziert allein der Steinkohleblock im Münchner Norden dreimal so viel Strom wie alle Erneuerbaren Anlagen der SWM in der Region zusammen.

Ein „europäischer Strom-See“, wie ihn die SWM jeweils als Begründung für ihre Investments nennen, existiert aktuell nicht und wird auch in den nächsten Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht realisiert werden. Es gilt deswegen lokal zu handeln, anstatt global zu investieren. „Vorrang haben für die SWM Projekte in München und der Region“, schreiben die SWM in einer eigenen Broschüre. Dies sollten sie in Zukunft tatsächlich beherzigen.

Im Anhang finden Sie graphische Darstellungen zu den Daten der SWM.

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DIE LINKE. im Stadtrat München

Marienplatz 8, Zi. 176, 80331 München

Ansprechpartner: Christian Schwarzenberger

Mobil: 0162/6874523

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