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Dringlichkeitsantrag im gemeinsamen Kinder- und Jugendhilfeausschuss und Sozialausschusses am 30.6.2020 Züricher Modell für nicht-kommerzielle Jugendparties adaptieren

Die Stadtratsfraktion DIE LINKE/DIE PARTEI fordert die Stadtverwaltung auf, das Züricher Modell für nicht-kommerzielle Jugendparties anzuwenden.

Dringlichkeitsantrag im gemeinsamen Kinder- und Jugendhilfeausschuss und Sozialausschusses am 30.6.2020

Züricher Modell für nicht-kommerzielle Jugendparties adaptieren

Die Stadtverwaltung wird – referatsübergreifend - aufgefordert, mindestens 5 geeignete Freiflächen zu finden, die sich zur Übernahme des „Züricher Modells für Jugendparties“ eignen und ein Münchner Konzept zur Abwicklung ebensolcher bis zum 31.08.2020 zu erarbeiten. Damit die Sommerferien dennoch schon für einzelne Pilotversuche in diese Richtung genutzt werden können, eruiert das Sozialreferat gemeinsam mit dem Referat für Bildung und Sport (unter Einbindung von AKIM zur Moderation und Koordinierung) umgehend – und in Kooperation mit sozialen Trägern, KJR und anderen Partner*innen aus der Kinder- und Jugendhilfe, welche Flächen diese Einrichtungen – im Sinne des Antrages – für erste Versuche zur Verfügung stellen können, wenn auch ggf unter eingeschränkten Bedingungen. Hilfsweise wird zudem beantragt, ein/e mit der Abwicklung beauftragte Vertreter*in der Stadt Zürich noch im Juli zu einem Mini-Hearing/Symposium mit Stadträtinnen und Verwaltungsverterer*innen nach München einzuladen um über die Erfahrungen und die Abwicklung dort zu berichten.

Begründung:

Coronabedingt finden nach wie vor so gut wie keine Musikveranstaltungen statt. Insbesondere für junge Menschen gibt es keinerlei Angebote. Auch sie gehören zu den Personengruppen, die durch diese Krise besonders benachteiligt sind (Homeschooling, erschwerte Prüfungsbedingungen, wenig Möglichkeiten zur kollektiven Freizeitgestaltung oder kulturellen Betätigung). Die Politik muss dringend dafür sorgen, dass hier nicht ein „abgehängter Jahrgang“ mit allen dabei möglichen negativen sozialen Begleiterscheinungen entsteht.

In Zürich wurde vor mehreren Jahren ein Konzept eingeführt, das niederschwellige nicht-kommerzielle Parties für Jugendliche ermöglicht. Seither gibt es dort kaum noch Probleme mit illegalen Parties, der Drogenkonsum in diesem Bereich ist rückgängig und es ist eine neue junge subkulturelle Szene entstanden. In München gibt es zahlreiche kleinere Partykollektive, die immer wieder in die Illegalität gedrängt werden. Das Züricher Modell könnte zum einen dazu beitragen, diese Gruppen zu entkriminalisieren und zum anderen eine moderaten Weg öffnen, die corona-bedingten Einschränkungen beim Feiern wieder (an der frischen Luft) zu lockern.

In Kurzform: dort bietet die Stadtverwaltung Schulungen an, wie solche Parties sicher organisiert werden und stellt Flächen zur Verfügung, die mit einem vereinfachten Antragsverfahren genutzt werden können: www.stadtzuerich.ch/pd/de/index/stadtpolizei_zuerich/bewilligungen_informationen/planung/jugendparty.html

Der Antrag ist in der Sitzung am 30.6. dringlich zu behandeln, um zum einen eine schnelle Einführung eines Pilot-Testprojekts bis spätestens zum Beginn der Schulferien zu ermöglichen und zum anderen, weil dort genau die 3 federführenden Referate gemeinsam tagen, die ein derartiges Konzept schnell und unbürokratisch umsetzen können. Hier muss kein Rad neu erfunden werden, sondern ein best practice Beispiel einer anderen Großstadt auf die Rahmenbedingungen und Verwaltungsabläufe in München angepasst werden.

Initiative: Thomas Lechner & Marie Burneleit
Brigitte Wolf Stefan Jagel

Mitglieder des Stadtrat

Originalvorlage als PdF-Dokument