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Antrag (in Bearb.): Neukonzeption des geplanten Medizinkonzeptes für die München-Klinik

Die Stadtratsfraktion DIE LINKE/DIE PARTEI fordert, dass die geplanten drastischen Kürzungen in der München-Klinik Schwabing nicht umgesetzt werden sollen.

Antrag

Neukonzeption des geplanten Medizinkonzeptes für die München-Klinik

Der Stadtrat möge die Rücknahme der geplanten, drastischen Kürzungen betreffend der München-Klinik Schwabing beschließen

1. Die Bettenstationen Infektiologie, Kardiologie und Endokrinologie und die Intensivstation sollen für die Notfallversorgung und für eine mögliche zweite Welle oder eine andere Pandemie in der München-Klinik Schwabing erhalten bleiben.

2. An der München-Klinik Schwabing befindet sich die einzige Spezialeinheit für hochkontagiöse Erkrankungen in Bayern und die einzige Abteilung für Infektiologie der München-Klinik. Nach den jüngsten Erfahrungen müssen diese am Standort gehalten werden.

3. Die Stadt München soll Sorge tragen, dass auch die Notfall-Versorgung Stufe 2 nicht auf Versorgungs-Stufe 1 (Basis-Versorgung) zurückgestuft wird.

4. Eine Palliativstation im Klinikum Schwabing muss für den Münchner Norden erhalten bleiben.

Begründung:

Wenn man sich medizinsoziologische Untersuchungen zu Gemüte führt, wird die Nicht-Vorbereitung auf den drohenden Ernstfall einer Pandemie seit Jahren angeführt und größtenteils ignoriert. Stattdessen hat sich zum Beispiel der Pandemieplan der Bundesregierung, www.bundesregierung.de/breg-de/themen/schutzvorkehrungen-bei-einer-grippepandemie-463730, auf den Fall vorbereitet, dass ein Impfstoff knapp ist oder erst vorbereitet werden muss, und nicht mit dem jetzt so bekannten Szenario, dass eine Krankheit auftritt, die bisher noch nicht bekannt war.

Trotz all dieser Versäumnisse konnte in den letzten Wochen und Monaten festgestellt werden, dass die München-Klinik Schwabing mit ihren Beschäftigten als erste und wichtigste Anlaufstelle hervorragende Arbeit geleistet hat. In dieser Zeitspanne, die besonders mit voller Wucht das Gesundheitssystem getroffen hat, hat sich die Infektionsabteilung vorbildlich gezeigt und alle Maßstäbe des RKI im Nationalen Pandemieplan erfüllt. Dank der Infektionsabteilung und ihres kompetenten Teams konnte die München-Klinik sehr gut und sehr schnell auf die Pandemie vorbereitet werden. Dadurch war das Personal geschützt und Patient*innen gut versorgt. Durch die traditionelle Pavillonbauweise ist es in der München-Klinik Schwabing möglich, einzelne Häuser ausschließlich für Covid 19 Patient*innen oder andere Infektionen zu nutzen und so die Absteckungsgefahr für andere Patient*innen deutlich zu verringern. Anstatt Kürzungen von Betten wie Intensivbetten, sowie der Zurückstufungen der Notfallversorgung auf Basisversorgung und eines möglichen Abbaus der Infektionsabteilung, muss deren Erhalt ermöglicht werden. In dieser Position schließt sich die Fraktion DIE LINKE/ Die PARTEI der Stellungnahme des Seniorenbeirats vom 07.05.2020 an.

Wir sind noch nicht aus der Pandemie heraus, federführende Expert*innen des Robert-Koch-Instituts rechnen mit einer zweiten und dritten Welle, die Möglichkeiten einer neuen, noch unbekannten Pandemie stehen im Raum – lassen Sie die Landeshauptstadt München nicht nach den Worten Andrew Lakoffs unvorbereitet – Unprepared sein – rechnen wir mit dem Ernstfall.

Fraktion DIE LINKE. / Die Partei

Initiative: Stefan Jagel

Brigitte Wolf  Marie Burneleit         Thomas Lechner

Mitglieder des Stadtrats

 

Originalvorlage als PdF-Dokument