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Antrag (in Bearb.): Keine Kurzstreckenflüge vom Münchner Flughafen

Nach Meinung der Stadträtin Brigitte Wolf (DIE LINKE) soll sich der Oberbürgermeister dafür einsetzen, dass Flüge vom Flughafen München zu Zielen, die per Bahn in weniger als 4 ½ Stunden erreichbar sind, nicht mehr angeboten werden.

Antrag:

Keine Kurzstreckenflüge vom Münchner Flughafen

Der Stadtrat möge beschließen:

Der Stadtrat fordert Herrn Oberbürgermeister als Mitglied des Aufsichtsrates der Flughafen München GmbH auf, sich dafür einzusetzen, dass Flüge vom Flughafen München zu Zielen, die per Bahn in weniger als 4 ½ Stunden erreichbar sind, nicht mehr angeboten werden und dass der verbleibende Flugverkehr nicht ausgeweitet wird.

Begründung:

Knapp 30.000 Flüge gehen jährlich vom Flughafen München ab zu Zielen, die per Bahn in unter 4 ½ Stunden erreichbar wären. Dazu eine ähnliche Anzahl an Landungen. Dadurch entstehen über 800.000 Tonnen CO2 pro Jahr. 800.000 Tonnen CO2 entspricht dabei in etwa den jährlichen Pro-Kopf-CO2-Emissionen von 80.000 „Durchschnitts-Deutschen“. Die Einsparungen wären ein wichtiger Schritt in Richtung Klimagerechtigkeit.

Der globale Luftverkehr steuert derzeit in die falsche Richtung. Sein enormes Wachstum durchkreuzt globale Klimaschutzziele, gefährdet die Gesundheit der Menschen durch Lärm und Luftschadstoffe, verbraucht endliche Ressourcen und ist alles andere als nachhaltig. Daher rät das Umweltbundesamt zu einem deutlichen Umsteuern.“ (Umweltbundesamt 2019)

Fliegen ist die klimaschädlichste Form der Mobilität. Für Kurzstreckenflüge gilt dies in besonderer Weise. Deswegen müssen sie vermieden werden. „Kurzstreckenflüge auf die Schiene verlagern“ fordert das Umweltbundesamt in seiner Publikation „Wohin geht die Reise?“1. Für kurze Strecken ist die Bahn schon jetzt eine attraktive Alternative und zeitlich oft ähnlich schnell (inklusive An-/Abfahrt, Check-In/Check-Out). Pro Passagierkilometer entstehen mit der Bahn weniger als ein Zehntel der CO2-Emissionen im Vergleich zum Flugverkehr.

München hat nach Frankfurt den zweitgrößten Flughafen Deutschlands. Das Fluggastaufkommen hat mittlerweile knapp 48 Millionen erreicht. Vor wenigen Wochen hat die Flughafen München GmbH (FMG) zusammen mit der Lufthansa erklärt, dass der Terminal 2 erweitert werden soll um die Kapazität des Flughafens um weitere 10 Millionen Passagiere zu erhöhen.2 In Zeiten der Klimakrise ist dies ein völlig falsches Signal.

Die Stadt München ist mit 23 % an der FMG beteiligt. Als Anteilseigner ist die Stadt auch für die Entwicklungen am Flughafen mitverantwortlich. Ende letzten Jahres wurde im Rathaus der Klimanotstand ausgerufen und beschlossen bis spätestens 2035 klimaneutral zu sein. Daraus ergibt sich der Auftrag an die Stadt sich gegen die Ausweitung des Flugverkehrs einzusetzen und darüber hinaus Kurzstreckenflüge einzuschränken.

Für die betroffene Belegschaft soll die Stadt München Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich umweltfreundlicher Berufsfelder anbieten, wie zum Beispiel für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr.

Die Reduzierung der Starts und Landungen vom Flughafen würde darüber hinaus die vom Fluglärm betroffenen Anwohner*innen entlasten. Zudem wäre die Planung für eine 3. Startbahn endgültig hinfällig.

 

Brigitte Wolf (DIE LINKE)

1 www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/uba_fb_wohin-geht-die-reise.pdf

 

2

https://www.munich-airport.de/presse-partnerschaft-ausbauen-und-terminal-2-erweitern-8103116

 

Originalvorlage als PdF-Dokument