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Antrag (in Bearb.): Der Stadtrat möge die Vergabe des „München Preis für Lesbische* Sichtbarkeit“ beschließen

Nach den Vorstellungen der Stadtratsfraktion DIE LINKE/DIE PARTEI soll die Stadt München alle 2 Jahre den „München Preis für Lesbische* Sichtbarkeit“ vergeben.

Antrag
Der Stadtrat möge die Vergabe des „München Preis für Lesbische* Sichtbarkeit“ beschließen

• Die Stadt München vergibt alle zwei Jahre ab dem Jahr 2021 den „München Preis für Lesbische* Sichtbarkeit an ehrenamtlich tätige Lesben*, Initiativen oder Gruppen, die sich herausragend für lesbische* Sichtbarkeit einsetzen.
• Der Preis wird mit 10.000 Euro, - dotiert.
• Nominiert werden dürfen Lesben* unabhängig des ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlechts, Initiativen oder Gruppen, durch vorgeschlagene Bewerbungen sowie durch Eigenbewerbung.
• Nicht nominiert werden dürfen Verstorbene, zuwendungsgeförderte Vereine/Projekte oder Politiker*innen.
• Die Jury setzt sich zusammen aus zwei Vertreter*innen der Landeshauptstadt München, jeweils eine Vertreter*in der Koordinierungsstelle für die Gleichstellung von LGBTI* und der Gleichstellungsstelle für Frauen sowie aus fünf wechselnden, lesbischen* Aktivist*innen aus unterschiedlichen Gruppen und Zusammenhängen. Gegebenenfalls kann eine Preisträgerin* einmalig in der nächsten Jury-Besetzung vertreten sein. Die Jury schlägt dem Stadtrat die Preisträgerin* aus drei ausgewählten Nominierten* zur Entscheidung vor.
• Bei der feierlichen Preisvergabe werden drei Nominierte* vorgestellt und an dem Abend der Preisverleihung wird die Preisträgerin* bekannt gegeben.

Begründung:

Die Stadt München würdigt mit dem Preis das Engagement von Lesben*, die sich öffentlich für lesbische* Sichtbarkeit, für eine diskriminierungsfreie und vielfältige Stadtgesellschaft einsetzen. Die Sichtbarkeit, Würdigung und Wertschätzung lesbischer* Menschen ist in den Medien, in der öffentlichen Wahrnehmung durch die Stadtgesellschaft und selbst in der LGBTIQ*-Szene unserer Stadt nicht selbstverständlich. Oftmals sind Lesben* zwar mitgemeint, wenn von „Frauen*“ oder „Homosexuellen“ die Rede ist, ihre spezifischen Themen oder ihr eigenständiges Wirken sind dadurch jedoch oft unsichtbar gemacht. Die Folgen unserer tradiert patriarchalen Gesellschaft drücken sich somit nicht nur durch die Dominanz männlicher heterosexueller Themen aus, sondern auch über die dominante Präsenz schwuler Themen in der öffentlichen Darstellung und Wahrnehmung der LGBTIQ*-Geschichte. Lesben* sind mit ihrer Existenz und ihrem Handeln seit langem integraler Teil der Münchner Stadtgeschichte.
Mit der Vergabe des „München Preis für Lesbische* Sichtbarkeit“ erreicht die Stadt München einerseits eine verstärkte Wahrnehmung lesbischen* Lebens und Handelns und verdeutlicht damit gleichzeitig die Wertschätzung dieser marginalisierten Frauen*-Gruppe.
Durch die Vergabe des Preises an ehrenamtlich tätige Lesben*, Initiativen oder Gruppen, soll deutlich gemacht werden, dass zivilgesellschaftliche Prozesse bei einzelnen Personen/Initiativen, nicht in Institutionen beginnen. So soll die Auszeichnung gerade diese Art von Eigeninitiativ- Engagement würdigen, die nicht bereits als Projekt oder Verein öffentliche Mittel erhält – eben die klassische Graswurzelarbeit.

Die Verwendung des sogenannten Gender-Star für „Lesben*“ im Titel des Preises, soll deutlich machen, dass unter dem Begriff „Lesben“ mehr gemeint ist als der reine Verweis auf die sexuelle Orientierung. Mit dem Gender-Star werden Mehrfachzugehörigkeiten sowie unterschiedliche Haltungen gegenüber dem Begriff Lesben sichtbar gemacht. Dies dient auch der Herstellung von intersektionalen Sichtbarkeiten, z.B. hinsichtlich Beeinträchtigungen, trans* Hintergründe, von Rassismus Betroffener, ethnischer Herkunft, sozialen Status, Religion und Alter.

München sollte sich als Landeshauptstadt mit dem Preis für Lesbische* Sichtbarkeit schmücken und sich hier das Land Berlin und Hessen zum Vorbild nehmen, da unser Land Bayern die Initiative für einen solchen Preis wohl noch lange vermissen lassen wird.

Initiative: Thomas Lechner & Marie Burneleit
Stefan Jagel Brigitte Wolf

Mitglieder des Stadtrats

Originalvorlage als PdF-Dokument