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Anfrage (in Bearb.): Wann wird der erste Ministerpräsident des Freistaats Baiern angemessen von der Landeshauptstadt geehrt?

Stadtrat Oraner Cetin (DIE LINKE) fordert eine angemessene Ehrung des ersten bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner durch Umbenennung des Marienhofes zu Kurt Eisner Platz.

Anfrage                                                                                                      

Wann wird der erste Ministerpräsident des Freistaats Baiern angemessen von der Landeshauptstadt geehrt?

Am 21. Februar wurde - wie alljährlich - von einer Gruppe von Menschen auf Initiative des     Vereins „Das andere Bayern“ der Ermordung Kurt Eisners im Jahre 1919 durch den Rechts-radikalen Graf Anton auf Valley gedacht. Vom Bayerischen Landtag sprach MdL Florian von Brunn, aus dem Stadtrat sprach Cetin Oraner. Dieser Anlass verdeutlich erneut: in der Landeshauptstadt gibt es bis heute keine seiner Bedeutung entsprechende Ehrung des Gründers und ersten Ministerpräsidenten des Freistaats, Kurt Eisner.

Die Stelle seiner Ermordung in der Kardinal-Faulhaber-Straße ist nur mit einer Bodenplatte gekennzeichnet, über die die meisten Passanten achtlos hinweg gehen. Das „Denkmal“ am Oberanger ist kaum als Ehrung Kurt Eisners wahrnehmbar und ohne jeden räumlichen Bezug zu seinem Wirken. Das Ehrenmal auf dem Ostfriedhof wurde von den Nazis geschändet. Die Gräber von Kurt Eisner und Gustav Landauer wurden 1933 „aufgelassen“ und – weil beide jüdischen Glaubens waren - „dem israelischen Friedhof Ungererstr. überwiesen“ (s. Anhang).

In Neuperlach trägt eine kleine Straße seinen Namen. Unser Antrag, den sogenannten Marienhof auf der Nordseite des Rathauses in Kurt-Eisner-Platz umzubenennen, wurde von der Verwaltung mit dem völlig unzutreffenden Argument abgelehnt, es gäbe schon eine Straße mit seinem Namen, eine Straße plus einen Platz nach ihm zu benennen, sei nicht möglich.

Wir bitten Herrn Oberbürgermeister daher um Beantwortung folgender Fragen:

  1. Ist der Verwaltung bekannt, dass es zahlreiche Beispiele für Doppelbenennungen gibt, sei dies nach dem völlig unbedeutenden Herrn Roman, dem bedeutenden Schriftsteller Goethe, der späteren Kaiserin Sissi (Elisabeth) oder dem Heiligen Sankt Quirin?
  2. Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung daher, einen Platz, der für das Wirken Kurt Eisners steht, nach ihm zu benennen und ein zentral platziertes Denkmal zu errichten?
  3. Ist es hinnehmbar, dass die Straße, in der Kurt Eisner ermordet wurde, nach dem nationalistischen Anti-Demokraten und Hitlerverehrer Kardinal Faulhaber benannt ist und nicht etwa nach Kurt Eisners Gefährtin Sahra Sonja Lersch, die ebenfalls 1919 – in Stadelheim - umgebracht wurde?

Cetin Oraner (DIE LINKE)

 

Originalvorlage als PdF-Dokument