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Anfrage*: SWM: Lokal handeln, statt global zu investieren II Nehmen die SWM Wichtigkeit einer dezentralen Energiewende ernst?

Die Stadtratsgruppe DIE LINKE fordert von den Stadtwerken eine dezentrale Energiewende statt auf europaweite Großprojekte zu setzen.

Anfrage

SWM: Lokal handeln, statt global zu investieren II

Nehmen die SWM Wichtigkeit einer dezentralen Energiewende ernst?

Während in der Region München seit Jahren kaum in die Potentiale erneuerbarer Energien investiert wurde, werden durch die Stadtwerke München (SWM) europaweit Großprojekte vorangetrieben, auch gegen den Willen der dortigen Bevölkerung. Die SWM handeln immer mehr wie ein von Profimaximierung getriebener und global agierender Energiekonzern. Es wird weltweit in Großprojekte investiert, statt lokal zu handeln und eine dezentrale Energiewende einzuleiten.

Großprojekte mögen für die SWM mehr Rendite versprechen als dezentrale erneuerbare Energien, jedoch ist es für eine erfolgreiche Energiewende wichtig, dass diese Gelder vor Ort ausgegeben werden. Das Ziel der SWM bis 2025 den Strom Münchens vollständig durch erneuerbare Energien decken zu können, bleibt reine Augenwischerei, solange in der Region in Wahrheit ein großer Teil des Strombedarfs durch Kohle- und Gaskraftwerke, sowie dem Atomkraftwerk Isar 2 gedeckt wird. Ein „europäischer Strom-See“, wie ihn die SWM jeweils als Begründung für ihre Investments nennen, existiert aktuell nicht und wird auch in den nächsten Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht realisiert werden.

Eine dezentrale Energiewende bietet die Möglichkeit, die Münchnerinnen und Münchner z.B. durch Mieterstrommodelle teilhaben zu lassen und die Akzeptanz für Erneuerbare Energien vor Ort zu erhöhen. Gleichzeitig wird verhindert das München abhängig wird von immer größeren Stromtrassen, die sonst durch Deutschland geführt werden müssen.

Wir beobachten jedoch, dass der Fokus der SWM eher auf Investitionen in ganz Europa liegt, als darauf die Potentiale Erneuerbarer Energien in München und Umgebung zu nutzen.

Wir bitten daher den Oberbürgermeister folgende Fragen zu beantworten:

  1. Wie hoch waren seit Beginn der „Ausbauoffensive Erneuerbare Energien“ 2008 bis 2018 die jährlichen Investitionen der SWM in Erneuerbare Energien, jeweils aufgeschlüsselt in die Kategorien „München und Region“ (Stadt München und anliegende Landkreise) und „Überregional“
  2. Wie hat sich die jeweilige Anzahl, deren elektrische Gesamtleistung und deren erzeugtelektrische Energie (Einheit MWh) bei den folgenden Erzeugungsanlagen in „München und Region“ entwickelt? Photovoltaikanlagen, Wasserkraftanlagen, Hackschnitzel- Heizkraftwerke, Biogasaufbereitungsanlagen, Windkraftanlagen (jeweils jährlich aufgeschlüsselt zwischen 2008 und 2018)

3. Können Sie eine Auflistung der einzelnen Erzeugungsanlagen Erneuerbarer Energien der SWM in „München und Region“ geben, jeweils aufgeschlüsselt nach Ort, Art, Baujahr, elektrische Leistung und jährlich erzeugte elektrische Energie (MWh (2018))?

4. Haben die SWM konkrete Pläne für Investitionen in erneuerbare Energien (elektrisch) in den nächsten Jahren? Wenn ja, schlüsseln Sie diese bitte nach Ort, Art und geplanter elektrischer Leistung auf.

5. Welche Umstände hindern die SWM mehr in die regionalen Potentiale Erneuerbarer Energien zu investieren? Wären stärkere Anreize der Stadt München für einen Ausbau erneuerbarer Energien in „München und Region“ nötig und wünschenswert?

6. An welchen Kohle-, Gas- und Kernkraftwerken besitzen sie SWM Anteile und wie hoch sind diese jeweils? Wie viel elektrische Energie (Einheit MWh) wurde in diesen Kraftwerken jeweils 2018 erzeugt?

 

Brigitte Wolf (DIE LINKE)

Cetin Oraner (DIE LINKE)

 

Originalvorlage als PdF-Dokument