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Dringlichkeitsantrag für den Kulturausschuss am 3.12.2020: Sommer in der Stadt 2020 umgehend evaluieren und jetzt in die Planung für einen Sommer in der Stadt 2021 einsteigen

Antrag

Unter Federführung des Kulturreferates werden umgehend runde Tische installiert, in denen die Erfahrungen des Sommers in der Stadt 2020 ausgewertet werden. Hierzu werden nicht nur unmittelbar Beteiligte (wie Kulturschaffende, BA’s und Vertreter*innen des Kommunalreferats, Schausteller*innen und Kleingewerbetreibende) eingeladen, sondern auch wichtige Gremien verschiedenster Bereiche der Stadtgesellschaft (Behindertenbeirat, Migrationsbeirat, Gleichstellungsstelle, Koordinierungsstelle zur Gleichstellung von LGBTIQ*), sowie Jugend- und Bürgerinitiativen (z.B. Nachbarschaftsinitiativen) aus der unmittelbaren Umgebung der Orte, an denen der Sommer in der Stadt stattgefunden hat. Das Ziel dieser runden Tische ist es, eine mögliche Fortsetzung des Projekts inklusiver, vielfältiger und unter Einbeziehung größerer Personengruppen zu gestalten und aus Fehlern und Schwächen der Version 1 zu lernen. Planungen für die Umsetzung eines Nachfolgeprojektes sollen zügig in Angriff genommen werden, noch bevor im April eine Entscheidung darüber gefällt werden kann, ob das Oktoberfest in seiner bisherigen Form möglich sein wird oder nicht.

Begründung

Der Sommer in der Stadt war ein durchaus gelungenes Projekt, in dem verschiedenste Protagonist*innen ein kurzfristiges Angebot für die Bürger*innen Münchens auf die Beine gestellt haben, um gut über den Sommer zu kommen, Kultur und Feiern möglich zu machen und Schausteller*innen und anderen von der Wiesn-Absage Betroffenen wenigstens auf die Schnelle ein wenig unter die Arme greifen zu können. Weil er jedoch so kurzfristig aus dem Boden gestampft wurde, konnte nicht das ganze Potential ausgeschöpft werden, das in diesem Projekt liegt. Es war oft nicht barrierefrei, gewisse Personengruppen von Kulturschaffenden wurden nicht eingebunden (z.B. Partykollektive) und auch die Orte und Plätze waren nicht immer ideal oder ideal bespielt.

Wenn wir z.B. davon ausgehen, dass die Theresienwiese wegen einer möglichen Absage der Wiesn wieder zur Verfügung stehen könnte, ließe sich der Platz in seiner Größe und Dauer (von Mai bis September) ganz anders planen und bespielen: es könnten z. Areale eingerichtet werden, die jeweils eine Kapazität von 200 Personen haben, auf denen sich Kulturangebote mit Sportmöglichkeiten, luftig gestaltete Biergärten und Angebote von Schausteller*innen und Kleinstgewerbetreibenden abwechseln. Wenn die entsprechenden Bereiche voll sind, können Bürger*innen einfach ein paar Meter weiter laufen und ein anderes Angebot in Anspruch nehmen. Kultur im Quadrat hat in herausragender Weise vorexerziert, wie solche Aktivitäten trotzdem barrierefrei sind, Charme entwickeln und genau das Maß an sozialer Interaktion ermöglichen, welches unter den Rahmenbedingungen einer Pandemie und an der frischen Luft unter Berücksichtigung des Infektionsschutzes machbar sind. Eine längere Dauer eines derartigen Angebotes würde zudem Schausteller*innen und Gewerbetreibende nachhaltiger unterstützen.

All diese Planungen können im April dennoch abgesetzt werden, wenn das Oktoberfest tatsächlich stattfinden kann. Andersrum wird es schwierig, ein so umfangreich gedachtes Konzept unter Einbeziehung aller notwendigen Player und unter Berücksichtigung der verschiedensten Bedarfe auf die Beine zu stellen, wenn wir erst NACH einer möglichen Absage der Wiesn 2021 damit beginnen. Wir hätten unnötiges Potential für ein vielfältiges Programm zur Entlastung der Müncher*innen verschenkt, wenn Impfungen und andere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie dann doch länger dauern, als wir es jetzt wünschen und einschätzen können.

Initiative:
Stadtrat Thomas Lechner

Gezeichnet:
Stadträtin Marie Burneleit
Stadträtin Brigitte Wolf

Originalvorlage als PdF-Dokument


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