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Die Fahrradwerkstatt R18 retten II – Alternative Lösung bereitstellen

  1. Das Sozialreferat wird gemeinsam mit dem Kommunalreferat, dem Referat für Arbeit und Wirtschaft und dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Münchner Gewerbehöfen (MGH), den beiden Wohnungsbaugesellschaften GEWOFAG bzw. GWG und gegebe-nenfalls weiteren Beteiligungsgesellschaften aufgrund des drohenden Auszugs eine Alternative für die Fahrradwerkstatt R18 auszuarbeiten.
  2. Dieses soll in enger Absprache mit dem Träger der Fahrradwerkstatt R18 passieren. Es beinhaltet eine dauerhafte Lösung über den 31.12.2021 hinaus.
  3. Dabei sind städtische Flächen dem Träger prioritär vorzuschlagen.
  4. Dem Stadtrat ist spätestens bis zum 31. Oktober 2021 ein Bericht, sowie eine abgestimmte Lösung mit dem Träger vorzulegen.

Begründung

Die Radwerkstatt R18 ermöglicht jungen Menschen unter 25 Jahren mit besonderem Förderbedarf, teilweise ohne Schulabschluss oder oft mit multikausalen Problemstellungen, ihr Leben selbstwirksam zu gestalten. Um dieses und andere Ziele zu erreichen, stehen individuelle Beratung und Begleitung, Qualifizierung und Ausbildung und damit berufliche und gesellschaftliche Integration im Vordergrund.

Hierfür werden bei dem Abfallwirtschaftsbetrieb München Fahrräder abgeholt und wieder vollständig fahrbereit repariert. Gleichzeitig können eigene Fahrräder, unabhängig von der Marke, zur Reparatur in die Radwerkstatt gebracht werden Der sozialökologische Aspekt kommt bei diesem Projekt also intensiv zum Tragen.

Durch eine solche berufsbezogene Jugendhilfe können die dort tätigen jungen Menschen sofort einen Erfolg in ihrer Arbeit sehen. Bereits vom ersten Arbeitstag an können sie etwas Sichtbares erreichen. Vom Auszubildenden im dritten Lehrjahr bis zum Praktikanten finden sich dort Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen zusammen, um sich gemeinsam für das Projekt R18 zu engagieren. Jugendliche und junge Erwachsene werden damit fit für das Berufsleben gemacht. Die Fahrradwerkstatt bietet vier Ausbildungsplätze zum Fahrradmonteur und acht Qualifizierungsplätze an. Dass die eine Person einer anderen Person auf Augenhöhe etwas beibringt, ist ein weiteres selbstverständliches Konzept dieser Arbeit.

Die Werkstatt R18 ist eine Einrichtung der Berufsbezogenen Jugendhilfe in Trägerschaft der Evangelischen Jugend München, die bereits mehrfach mit dem Gütesiegel „Berufliche und Soziale Integration“ ausgezeichnet worden sind. Bei eine der Verleihungen betonte die Landtagsabgeordnete der SPD Diana Stachowitz: „Hier ist wirklich alles echt. Die Arbeit, die Kunden, die Ausbildung und die sozialpädagogische Betreuung, hier gibt es echte, sprich realistische Chancen für einen guten beruflichen Start.“1

Was die jungen Menschen vor allem sehr zu schätzen wissen ist das Eingehen auf die individuelle Persönlichkeit sowie auch ein sehr hohes Maß an Verständnis, wenn der oder die Jugendliche Schwierigkeiten beim Verstehen oder bei der praktischen Umsetzung hat. Und für manche stellen die Fahrradwerkstatt und die dort Beschäftig-ten ein Gefühl der Freundschaft und des familiären Zusammenseins dar.

Nach aktuellem Stand muss die Werkstatt R18 zum 31.12.2021 aus ihrem jetzigen Quartier am Wallensteinplatz 2 ausziehen. Gleichzeitig soll das Gelände abgerissen werden. Welche Bedeutung und Herzensangelegenheit die Radwerkstatt R18 für alle Beteiligten darstellt, zeigt sich vor allem durch eine eigens erstellte Internetseite www.r18retten.de.

Um den Jugendlichen und jungen Menschen weiterhin einen geschützten Rahmen geben zu können, unter an-derem durch die Vermittlung von Handlungskompetenzen und Schlüsselqualifikationen integriert in den be-trieblichen Alltag sowie eine individuelle Förderplanung mit differenzierter Eingangsdiagnose, braucht es ein geeignetes Quartier für die Fahrradwerkstatt R18.

Damit die Beschäftigten ihre erfolgreiche Arbeit weiterführen können, sollte die Gewerbefläche ca. 800-1200 Quadratmeter groß sein, in der Ausbildung, Werkstatt und Verkaufsfläche integriert werden können. Genauer wird eine kombinierte Laden-Werkstatt-Fläche samt Büro-, Sozial-, Pausen-, Lager- und Umkleideräumen benötigt. Jene kombinierte Fläche für Verkauf und Werkstatt muss auf einer Ebene mit ca. 500 Quadratmeter realisierbar sein, um das damit verbundene pädagogische Konzept weiterhin sinnvoll umsetzen zu können.

Sollte es im Rahmen des beantragten Bebauungsplanverfahrens keine Möglichkeit geben, dass eine dauerhafte Nutzung am jetzigen Standort möglich ist, sollte es eine alternative Lösung geben.

Initiative:
Stadtrat Stefan Jagel

Gezeichnet:
Stadträtin Marie Burneleit
Stadtrat Thomas Lechner
Stadträtin Brigitte Wolf


1 https://www.werkstattr18.de

Link zum RIS: https://www.ris-muenchen.de/RII/RII/ris_antrag_detail.jsp?risid=6626215


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