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Anfrage: Olympiabewerbung München – Versteckte Kosten, irreführende Angaben und fehlende Transparenz?

Stefan Jagel, Thomas Lechner

Die Stadtspitze bewirbt die Olympiabewerbung Münchens weiterhin mit offensichtlich unrealistischen und unvollständigen Kostenschätzungen. Offiziell wird von 6 bis 7 Millionen Euro für die Bewerbung und 2 Millionen Euro für die Pro-Kampagne gesprochen. Der Artikel im Spiegel („Sommerspiele ab 2036: Wie die Kosten für eine deutsche Olympiabewerbung explodieren“, 21.09.2025)[1] belegt jedoch, dass wesentliche Kostenbestandteile in der öffentlichen Kommunikation der Stadt verschwiegen oder ausgeklammert werden, wie z.B. die Personalkosten und Kosten, die von der Olympiapark GmbH getragen werden– also öffentliche Gelder, die bislang nicht als Teil der Bewerbungskosten ausgewiesen wurden. Die Bewerbungskosten, nachdem sich München gegen die anderen deutschen Bewerbungsstädte durchgesetzt hat, werden noch höher ausfallen und die zukünftigen Investitionskosten kommen bei der Kostenaufstellung noch überhaupt nicht vor.

Der Spiegel-Artikel spricht von insgesamt 17 Millionen Kosten. Damit übersteigen die realen Kosten bereits heute deutlich die offiziell genannten Werte. Es entsteht der Eindruck, dass die Stadt bewusst mit geschönten Zahlen arbeitet, um den Ratsentscheid nicht zu gefährden. Das wäre nicht nur politisch verantwortungslos, sondern käme einer Täuschung der Stadtbevölkerung gleich.

Olympische Spiele gelten seit Jahrzehnten als hochriskante Projekte für öffentliche Haushalte. Nun zeigt sich auch in München ein bekanntes Muster: Offizielle Kostenschätzungen werden künstlich niedrig gehalten, während zentrale Kosten wie Personalkosten oder Zahlungen städtischer Tochtergesellschaften „unter den Teppich gekehrt“ werden. Wer diese Summen nicht offenlegt, handelt nicht transparent, sondern manipulativ.

Eine vollständige Offenlegung sämtlicher Kosten sowie die Einbeziehung realistischer Risikoszenarien wäre das Mindeste. Alles andere wäre eine bewusste Täuschung der Münchner*innen vor dem Ratsentscheid.

 

Wir bitten daher den Oberbürgermeister, folgende Fragen zu beantworten:

  1. Warum werden die Personalkosten sowie die Kosten der Olympiapark GmbH nicht offen als Teil der Bewerbungskosten kommuniziert?
  2. Auf welcher Grundlage entscheidet die Stadtverwaltung, welche Kosten in die offizielle Summe einfließen und welche ausgelagert oder verschwiegen werden?
  3. Hält die Stadtspitze es für transparent, wenn wesentliche Posten wie Personalkosten oder städtische Tochtergesellschaften in der öffentlichen Kommunikation ausgeklammert werden?
  4. Wie viele städtische Beschäftigte sind derzeit an der Olympiabewerbung beteiligt und mit wie viele Stunden (bitte getrennt nach Referaten und der Tochtergesellschaft aufschlüsseln)?
  5. Warum wird weiterhin an der Darstellung von „6 bis 7 Millionen Euro“[2] für die Bewerbung festgehalten, obwohl mit Personalkosten und Kosten der Olympiapark GmbH bereits heute deutlich höhere Beträge absehbar sind?
  6. Welche weiteren versteckten Kosten sind bislang noch nicht in der offiziellen Summe enthalten (z. B. externe Beratungsleistungen, Sicherheitsauflagen, Kommunikationsmaßnahmen)?
  7. Mit welchem Gesamtrahmen an Kosten rechnet die Stadt intern, wenn alle bekannten Posten berücksichtigt werden?
  8. Welche Risikozuschläge kalkuliert die Verwaltung realistisch ein, und warum werden diese nicht öffentlich gemacht?
  9. Wer trägt die Verantwortung für die Irreführung der Bürger*innen, falls die offiziellen Angaben sich nach dem Ratsentscheid als systematisch zu niedrig herausstellen?
  10. Wer übernimmt die Haftung, wenn die Bewerbungskosten in Wahrheit von Beginn an zweistellig im Millionenbereich lagen?
  11. Wann gedenkt die Stadt, der Öffentlichkeit die vollständigen Bewerbungskosten inklusive Personalkosten und Beteiligung der Olympiapark GmbH vorzulegen?
  12. Wie will die Stadt sicherstellen, dass der Ratsentscheid nicht auf Basis geschönter Zahlen, sondern auf Grundlage vollständiger und ehrlicher Informationen stattfindet?
  13. Mit wie viel Zuschüssen von Bund und Land rechnet die Verwaltung momentan für den Bewerbungsprozess?

     

Initiative: 
Stadtrat Stefan Jagel

Stadtrat Thomas Lechner

Gezeichnet:  

Stadträtin Marie Burneleit

Stadträtin Brigitte Wolf


Hier geht´s zur Anfrage im RatsInformationsSystem: risi.muenchen.de/risi/antrag/detail/9304049


[1]https://www.spiegel.de/sport/olympia/sommerspiele-ab-2036-wie-die-kosten-fuer-eine-deutsche-olympiabewerbung-explodieren-a-a8387860-6bad-4840-8062-fb782d8d2d56

 

[2]https://www.olympiabewerbung-muenchen.com/

 

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