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Namenskonvention der Dokumente

Erläuterung der Systematik von Dokumentnamen

Dokumente von DIE LINKE. Stadtratsgruppe München sind wie folgt benannt:
DATUM + REFERAT/ADRESSAT + AUTORIN + BESCHREIBUNG + DATEIENDUNG

Referat/AdressatIn

Kürzel

Referat/AdressatIn

BAU

Baureferat

DIR

Direktorium

EXT

sonstige

KLT

Kulturreferat

KOM

Kommunalreferat

KVR

Kreisverwaltungsref.

OBM

Oberbürgermeister

PLA

Referat für Stadtplanung und Bebauung

POR

Personal- und Organisationsreferat

RAW

Referat für Arbeit und Wirtschaft

RGU

Referat für Umwelt und Gesundheit

SCH

Schul- und Kultusreferat

SOZ

Sozialreferat

SKA

Stadtkämmerei (Finanzen)

AutorIn

Kürzel

Name

Funktion

BW

Brigitte Wolf

Stadträtin

DH

Dagmar Henn

Stadträtin

OA

Orhan Akman

Stadtrat

MF

Martin Fochler

Mitarbeiter

MS

Mario Simeunovic

Mitarbeiter

TK

Tino Krense

Mitarbeiter

26. August 2010

Anfrage: Kameraüberwachung am Sendlinger Tor – Mehr Schaden als Nutzen

Anfang Juli wurden am Sendlinger Tor Kameras installiert um die dortige „Drogenszene“ zu überwachen bzw. zu vertreiben. Die Kameras sind laut dem Polizeipräsidium als Präventivmaßnahme gedacht, sie sollen zur Abschreckung dienen und Straftaten verhindern. Allerdings führen die Kameras nach Angaben der Süddeutschen Zeitung lediglich zu mehr Kontrollen und Platzverboten. Die „Drogenszene“ wird aufgrund der
Kontrollen zunehmend vom Sendlinger Tor verdrängt.

Aus Sicht der städtischen Sozialarbeiter ist dies mehr als problematisch. Viele der Abhängigen werden in der Nähe des Sendlinger Tors behandelt, der meist kurze Aufenthalt am Tor ist meist der einzige Sozialkontakt des Tages. Auch wird die Arbeit der städtischen Sozialarbeiter durch die Kameras erschwert. Wenn die Leute vor der Kamera flüchten, verteilen sie sich in der ganzen Stadt und die Sozialarbeiter verlieren den
Kontakt zu ihnen.

Der Erfolg ihrer Arbeit ist dadurch gefährdet. Ein weiteres Problem an der Überwachung stellt für die Sozialarbeiter die Kontaktaufnahme zu ihren Klienten am Sendlinger Tor selbst dar. Denn wenn sie auf jemanden zu gehen, wird dies von den Kameras erfasst und so könnte die Polizei dies für ihre Ermittlungen nutzten. Dies ist aber nicht der Sinn und Zweck von Sozialarbeit. Vielmehr versuchen Sozialarbeiter ein
dauerhaftes und vertrauliches Verhältnis zu ihren Klienten aufzubauen, um ihnen so gezielt helfen zu können.
Wenn nach den Sozialarbeitern direkt die Polizei kommt, kann ein vertrauensvolles Verhältnis wohl kaum entstehen.

Vor diesem Hintergrund stelle ich die folgenden Fragen:

1. Gibt es statistisch signifikante Belege und Zahlen dafür, dass die Kriminalität am
Sendlinger Tor seit der Kameraüberwachung gesunken ist?

2. Wie schätzt die Stadt die Situation am Sendlinger Tor ein, hält sie eine
Kameraüberwachung weiterhin für nötig?

3. Wie schätzt die Stadt den Sinn von Kameraüberwachungen im Allgemeinen ein,
machen sie Orte tatsächlich sicherer oder erzeugen sie nur das Gefühl von
Sicherheit?

4. Wieso lässt die Stadt es zu, dass die Streetworker in ihrer Arbeit behindert werden?

5. Wäre eine effiziente soziale Betreuung der Münchner „ Drogenszene“ langfristig nicht
das geeigneterer Mittel zur Prävention?

6. Wie kann den Streetworkern ihre Arbeit in Zukunft wieder erleichtert bzw. überhaupt
wieder ermöglicht werden?

7. Nutzt die Polizei die Videoaufzeichnungen, auf denen Streetworker ihrer Tätigkeit
nachgehen, als Informationsquelle über die Drogenszene?

7a. Wenn ja, auf welcher rechtlichen Grundlage gründet sich dies?


Orhan Akman
Stadtrat der LINKEN.



100826_OA_Anfrage_Kameraüberwachung