Dokumente von DIE LINKE. Stadtratsgruppe München sind wie folgt benannt:
DATUM + REFERAT/ADRESSAT + AUTORIN + BESCHREIBUNG + DATEIENDUNG
Referat/AdressatIn | |
Kürzel | Referat/AdressatIn |
BAU | Baureferat |
DIR | Direktorium |
EXT | sonstige |
KLT | Kulturreferat |
KOM | Kommunalreferat |
KVR | Kreisverwaltungsref. |
OBM | Oberbürgermeister |
PLA | Referat für Stadtplanung und Bebauung |
POR | Personal- und Organisationsreferat |
RAW | Referat für Arbeit und Wirtschaft |
RGU | Referat für Umwelt und Gesundheit |
SCH | Schul- und Kultusreferat |
SOZ | Sozialreferat |
SKA | Stadtkämmerei (Finanzen) |
AutorIn | ||
Kürzel | Name | Funktion |
BW | Brigitte Wolf | Stadträtin |
DH | Dagmar Henn | Stadträtin |
OA | Orhan Akman | Stadtrat |
MF | Martin Fochler | Mitarbeiter |
MS | Mario Simeunovic | Mitarbeiter |
TK | Tino Krense | Mitarbeiter |
Die Stadtverwaltung sowie die zuständigen Referate mögen folgende Fragen beantworten:
Begründung:
In Deutschland leben ca. 800 000 KurdInnen und davon ein großer Teil in München. Nach wie vor werden sie nicht als eigene Migrationsgruppe anerkannt, sondern als türkische, iranische, irakische oder syrische Staatsangehörige deklariert. Auch in dem „Interkulturellen Integrationsbericht. München lebt Vielfalt. 2010“ werden die Münchner KurdInnen nicht als eigenständige Migrationsgruppe aufgeführt, sondern zu der ihrer Herkunftsländer gezählt. Dies zieht für die kurdische Bevölkerung vielschichtige Probleme nach sich.
Zum einen werden sie in den genannten Ländern nach wie vor diskriminiert oder gar verfolgt und vertrieben. Viele KurdInnen können und wollen sich aus diesem Grund nicht mit ihren jeweiligen Herkunftsländern identifizieren.
Zum anderen ergeben sich politische und soziale Probleme: Ihnen werden fundamentale Rechte, wie muttersprachlicher Unterricht, Bildung und Betreuung in der eigenen Sprache, Teilhabe an spezifischen Integrationsmaßnahmen u.v.m verwehrt. Paradoxerweise sind sie gerade wegen ihrer kurdischen Identität von enormen Repressionsmaßnahmen betroffen und von Verboten bedroht. Kurdische Gruppen und Menschen, die für die Anerkennung, Selbstverwaltung und Selbstbestimmung der KurdInnen in Deutschland eintreten, werden kriminalisiert und sind in nicht wenigen Fällen von Abschiebung bedroht.
Diese Behandlung hemmt die Integration kurdischer Migrantinnen und Migranten und schließt sie aus der Mehrheitsgesellschaft aus. Deshalb wurde in der Abschlussresolution (Berliner Erklärung: Für Gleichstellung der Kurdinnen und Kurden mit anderen Migrationsgruppen) einer gemeinsam von Flüchtlingsräten, kurdischen Vereinen, Menschenrechtsorganisationen und der Rosa-Luxemburg Stiftung am 9.11.2009 durchgeführten Konferenz, die Anerkennung der Kurden als eigenständige Migrationsgruppe und deren Gleichstellung mit anderen Migrationsgruppen gefordert. Auch wurde zu einem Paradigmenwechsel in der Politik aufgerufen. Diese Forderung beinhaltet den muttersprachlicher Ergänzungsunterricht, Zulassung kurdischer Namen, Aufnahme der Kurden in den Integrationsgipfel und Förderung der Selbsthilfe sowie der Bestrebungen für muttersprachliche politische und kulturelle Information und Bildung u.v.m. .
Orhan Akman
Stadtrat der LINKEN.
Die Anfrage im Original als PDF.
110405_OA_Statisitk_KurdInnen