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Namenskonvention der Dokumente

Erläuterung der Systematik von Dokumentnamen

Dokumente von DIE LINKE. Stadtratsgruppe München sind wie folgt benannt:
DATUM + REFERAT/ADRESSAT + AUTORIN + BESCHREIBUNG + DATEIENDUNG

Referat/AdressatIn

Kürzel

Referat/AdressatIn

BAU

Baureferat

DIR

Direktorium

EXT

sonstige

KLT

Kulturreferat

KOM

Kommunalreferat

KVR

Kreisverwaltungsref.

OBM

Oberbürgermeister

PLA

Referat für Stadtplanung und Bebauung

POR

Personal- und Organisationsreferat

RAW

Referat für Arbeit und Wirtschaft

RGU

Referat für Umwelt und Gesundheit

SCH

Schul- und Kultusreferat

SOZ

Sozialreferat

SKA

Stadtkämmerei (Finanzen)

AutorIn

Kürzel

Name

Funktion

BW

Brigitte Wolf

Stadträtin

DH

Dagmar Henn

Stadträtin

OA

Orhan Akman

Stadtrat

MF

Martin Fochler

Mitarbeiter

MS

Mario Simeunovic

Mitarbeiter

TK

Tino Krense

Mitarbeiter

5. April 2011

Anfrage: Statistik und Zahlen zu Kurdinnen und Kurden in München!

Die Stadtverwaltung sowie die zuständigen Referate mögen folgende Fragen beantworten:

  1.  Warum werden die Kurden nicht als eigenständige Migrationsgruppe in der LHM dargestellt?

  2. Wie viele Kurden leben in München
    a) in konkreten Zahlen;
    b) wenn keine Zahlen vorhanden sind, Schätzungen zur Folge?

  3. Wie steht die LHM politisch zu der Gleichstellung der KurdInnen mit anderen Migrationsgruppen?

  4. Wie kann die Integration der Kurden in der LHM vor dem Hintergrund der folgenden Ausführungen erleichtert werden?

Begründung:
In Deutschland leben ca. 800 000 KurdInnen und davon ein großer Teil in München. Nach wie vor werden sie nicht als eigene Migrationsgruppe anerkannt, sondern als türkische, iranische, irakische oder syrische Staatsangehörige deklariert. Auch in dem „Interkulturellen Integrationsbericht. München lebt Vielfalt. 2010“ werden die Münchner KurdInnen nicht als eigenständige Migrationsgruppe aufgeführt, sondern zu der ihrer Herkunftsländer gezählt. Dies zieht für die kurdische Bevölkerung vielschichtige Probleme nach sich.
Zum einen werden sie in den genannten Ländern nach wie vor diskriminiert oder gar verfolgt und vertrieben. Viele KurdInnen können und wollen sich aus diesem Grund nicht mit ihren jeweiligen Herkunftsländern identifizieren.

Zum anderen ergeben sich politische und soziale Probleme: Ihnen werden fundamentale Rechte, wie muttersprachlicher Unterricht, Bildung und Betreuung in der eigenen Sprache, Teilhabe an spezifischen Integrationsmaßnahmen u.v.m verwehrt. Paradoxerweise sind sie gerade wegen ihrer kurdischen Identität von enormen Repressionsmaßnahmen betroffen und von Verboten bedroht. Kurdische Gruppen und Menschen, die für die Anerkennung, Selbstverwaltung und Selbstbestimmung der KurdInnen in Deutschland eintreten, werden kriminalisiert und sind in nicht wenigen Fällen von Abschiebung bedroht.

Diese Behandlung hemmt die Integration kurdischer Migrantinnen und Migranten und schließt sie aus der Mehrheitsgesellschaft aus. Deshalb wurde in der Abschlussresolution (Berliner Erklärung: Für Gleichstellung der Kurdinnen und Kurden mit anderen Migrationsgruppen) einer gemeinsam von Flüchtlingsräten, kurdischen Vereinen, Menschenrechtsorganisationen und der Rosa-Luxemburg Stiftung am 9.11.2009 durchgeführten Konferenz, die Anerkennung der Kurden als eigenständige Migrationsgruppe und deren Gleichstellung mit anderen Migrationsgruppen gefordert. Auch wurde zu einem Paradigmenwechsel in der Politik aufgerufen. Diese Forderung beinhaltet den muttersprachlicher Ergänzungsunterricht, Zulassung kurdischer Namen, Aufnahme der Kurden in den Integrationsgipfel und Förderung der Selbsthilfe sowie der Bestrebungen für muttersprachliche politische und kulturelle Information und Bildung u.v.m. .


Orhan Akman
Stadtrat der LINKEN.


Die Anfrage im Original als PDF.


110405_OA_Statisitk_KurdInnen