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Namenskonvention der Dokumente

Erläuterung der Systematik von Dokumentnamen

Dokumente von DIE LINKE. Stadtratsgruppe München sind wie folgt benannt:
DATUM + REFERAT/ADRESSAT + AUTORIN + BESCHREIBUNG + DATEIENDUNG

Referat/AdressatIn

Kürzel

Referat/AdressatIn

BAU

Baureferat

DIR

Direktorium

EXT

sonstige

KLT

Kulturreferat

KOM

Kommunalreferat

KVR

Kreisverwaltungsref.

OBM

Oberbürgermeister

PLA

Referat für Stadtplanung und Bebauung

POR

Personal- und Organisationsreferat

RAW

Referat für Arbeit und Wirtschaft

RGU

Referat für Umwelt und Gesundheit

SCH

Schul- und Kultusreferat

SOZ

Sozialreferat

SKA

Stadtkämmerei (Finanzen)

AutorIn

Kürzel

Name

Funktion

BW

Brigitte Wolf

Stadträtin

DH

Dagmar Henn

Stadträtin

OA

Orhan Akman

Stadtrat

MF

Martin Fochler

Mitarbeiter

MS

Mario Simeunovic

Mitarbeiter

TK

Tino Krense

Mitarbeiter

29. Juli 2011

Beschlussvorlage des Oberbürgermeisters auf den Antrag der StR Wolf zur gescheiterten Olympiabewerbung

Telefon: 233 - 92076

Telefax: 233 - 27458

Oberbürgermeister

Stabsstelle München 2018

München lernt aus gescheiterter Olympiabewerbung München 2018

Antrag Nr. 08-14 / A 02633 von Frau Stadträtin Wolf, DIE LINKE, vom 08.07.2011

Sitzungsvorlage Nr. 08-14 / V 07346

1 Anlage

Beschluss der Vollversammlung des Stadtrates vom 27.07.2011

Öffentliche Sitzung

I. Vortrag des Referenten

Die LINKE hat am 07.07.2011 einen Antrag zur dringlichen Behandlung in der Vollversammlung

vom 27.07.2011 gestellt (Anlage 1).

Die Dringlichkeit für eine Beschlussfassung durch den Stadtrat ist nicht begründet oder angezeigt,

da die Entscheidung darüber, ob sich München erneut um die Olympischen und Paralympischen

Winterspiele bewerben soll, nicht aktuell ansteht.

Um aber Klarheit zu schaffen, soll dem Stadtrat über den aktuellen Sachstand kurz berichtet

werden.

Zu den 5 Punkten des o.g. Antrags wird wie folgt Stellung genommen:

1.

den Aktiven und Sportbegeisterten auf erfolgreiche und schöne Winterspiele in Südkorea.“

Die Vertreter der Bewerbungsgesellschaft und die in Durban anwesenden Gesellschafter

haben sich bereits unmittelbar nach der Entscheidung durch das IOC als gute Verlierer

erwiesen und der Delegation aus Südkorea zum eindrucksvollen Sieg gratuliert. Auch das

Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat dies am 13.07.2011

noch einmal offiziell getan.

„Die LHM gratuliert Pyeongchang herzlich zur erfolgreichen Bewerbung und freut sich mit

2.

Münchner Bewerbung unterstützt haben“.

Schon vor Wochen wurde vereinbart, dass die Hauptgesellschafter der Bewerbungsgesellschaft

München 2018 GmbH, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die

Landeshauptstadt München gemeinsam die Unterstützer der Münchner Olympiabewerbung

2018 zu einem Dankempfang einladen werden.

Bei der letzten Sitzung des Aufsichtsrats am 14. Juli 2018 haben sich die Beteiligten darauf

geeinigt, am Montag, dem 26. September 2011 um 18 Uhr in das Alte Rathaus einzuladen.

Die Einladungen werden noch im Juli versendet.

„Der Stadtrat bedankt sich herzlich bei allen Aktiven und Sportbegeisterten, die die

Seite 2

3.

Ausrichter Olympischer Winterspiele nicht geeignet ist. Eine erneute Bewerbung für

Olympische Winterspiele wird es deshalb mit München nicht geben.“

Bei 63 Stimmen für Pyeongchang, 25 Stimmen für München und 7 Stimmen für Annecy

muss man in der Tat von einer klaren Niederlage sprechen, die aber nichts über die

künftige Eignung als Olympiastadt aussagt und auch nicht das widerspiegelt, was München

und seinen Mitstreitern in den vergangenen Monaten vor der Entscheidung sowie

nach der Entscheidung kommuniziert wurde. Im Gegenteil: München gilt gerade international

weiterhin als starke Bewerbung.

Der Bericht der Evaluierungskommission des IOC erschien am 10. Mai 2011. Allen drei

Kandidaten wird darin bestätigt, dass sie in der Lage seien, Olympische und Paralympische

Winterspiele auszurichten.

In zahlreichen Themengebieten wurde das Konzept ausdrücklich sehr positiv gewürdigt.

Der vollständige Bericht der Evaluierungskommission kann nachgelesen werden unter:

www.olympic.org/Documents/Commissions_PDFfiles/Evaluation_Commission/FINAL_

DRAFT_2018_EV_COM-ENG.pdf

Auch die internationalen Fachmedien berichteten, dass München nach der Evaluierungskommission

sowie gerade der technischen Präsentation vor dem IOC in Lausanne am

18. und 19. Mai 2011 einen Riesenschritt nach vorne gemacht hat.

Die Gründe für das dennoch überraschend deutliche Votum für Pyeongchang hat der

DOSB bereits in seiner Präsidiumssitzung am 13. Juli 2011 analysiert und folgenden Beschluss

gefasst:

„1. Das Präsidium gratuliert Pyeongchang (Südkorea), das vom IOC auf seiner 123.

Session in Durban am 6. Juli 2011 zum Austragungsort für die XXIII. Olympischen Winterspiele

und die XII. Paralympischen Winterspiele gewählt wurde, nachdem es zum dritten

Mal in Folge mit einer exzellenten Bewerbung angetreten war. Zugleich sind wir enttäuscht

darüber, dass unsere Bewerbung München 2018 nicht zum Zuge kam.

2. Das Präsidium dankt allen, die die Bewerbung München 2018 im Prozess der vergangenen

Jahre tatkräftig unterstützt haben, insbesondere der Landeshauptstadt München

mit der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen und dem Landkreis Berchtesgadener

Land, dem Freistaat Bayern, der Bundesregierung, den nationalen Förderern und den

weiteren Partnern der Bewerbung sowie den vielen Sportbotschaftern. Bundespräsident

Christian Wulff sind wir außerordentlich dankbar dafür, dass er die Bewerbung vor dem

IOC in Durban tatkräftig vertreten hat. In den Dank schließen wir das Team der Bewerbungsgesellschaft,

die Mitarbeiter der Gesellschafter und die Mitglieder von Kuratorium

und Aufsichtsrat ein. Sie alle haben eine herausragende Arbeit für dieses, wie es Bundestag

und Bundesregierung formuliert haben, „nationale Anliegen“ geleistet und eine

Bewerbung vorgelegt, die nach Auffassung sämtlicher Beobachter in Konzeption und

Präsentation höchsten Ansprüchen genügte.

3. Das Präsidium begrüßt, dass die Bewerbung der Sportentwicklung in Deutschland

einen großen Schub gegeben und damit den Stellenwert des Sports in unserer Gesell

3

„Angesichts der klaren Niederlage gesteht sich München ein, dass die Stadt alsSeite

schaft gesteigert hat. Das gilt insbesondere für das Verhältnis von Sport und Umwelt;

der Schutz unserer natürlichen Ressourcen und die Gewährleistung von Nachhaltigkeit

im und durch Sport sind unser genuines Anliegen. In vielen Schulen war Olympia mit

seinen Werten Thema. Wir stimmen Bundesinnenminister Friedrich, Ministerpräsident

Seehofer, Oberbürgermeister Ude und vielen weiteren Partnern und Beobachtern im Inund

Ausland ausdrücklich in der Einschätzung zu, dass die Bewerbung sinnvoll war und

national wie international positive Auswirkungen auf das Bild unseres Landes hatte. Vor

allem der Freistaat Bayern mit seiner Landeshauptstadt und den beteiligten Kommunen

profitiert von der Imagewerbung durch die positive Präsentation auf allen fünf Kontinenten.

4. Das Präsidium erinnert daran, dass die Entscheidung für die Bewerbung München

2018 bereits im Jahr 2007 getroffen wurde, also zu einem Zeitpunkt, als eine neuerliche

Bewerbung Südkoreas eher unwahrscheinlich erschien. Mit dem dritten Eintritt Pyeongchangs

in das Rennen um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele

zwei Jahre später war klar, dass es für München nicht leicht werden würde. Dennoch

hat die Deutlichkeit des Ergebnisses vom 6. Juli 2011 dann alle nationalen und internationalen

Beteiligten und Beobachter überrascht. Nach vielen Gesprächen mit IOCMitgliedern,

Präsidenten von Internationalen Sportfachverbänden und Nationalen Olympischen

Komitees, Experten und Beobachtern kommen wir zu dem Schluss: Die Entscheidung

des IOC war ein klares Votum für Pyeongchang und Asien, aber nicht gegen

München und Deutschland. Sie gründete vor allem auf der Absicht, den zweimal knapp

gescheiterten asiatischen Bewerber aus geopolitischen Überlegungen nun zum Zug

kommen zu lassen. Konzept und Präsentation unserer Bewerbung trafen im IOC und in

der Welt des Sports auf erheblich mehr Zustimmung, als die Stimmenzahl signalisiert.

5. Das Präsidium freut sich darüber, dass es von vielen Seiten ermuntert wird, erneut

eine deutsche Olympiabewerbung auf den Weg zu bringen. Wir sehen dies als klares

Zeichen für die Zustimmung der Menschen in Deutschland zu Olympia. Das Präsidium

spricht sich im Einvernehmen mit den übrigen Gesellschaftern von München 2018 dafür

aus, diese Frage sorgfältig und ohne Zeitdruck zu untersuchen. Dabei sind das Bewerbungsrennen

um die Olympischen Spiele 2020 und erste Erkenntnisse über die Kandidaten

für die Winterspiele 2022 zu berücksichtigen. Bedeutsam für die erneute Anstrengung

einer Olympiabewerbung wird auch sein, ob alle Kräfte aus Sport und Politik, Wirtschaft

und Gesellschaft zusammengeführt und mobilisiert werden könnten, um diese in

jeder Hinsicht tatkräftig zu unterstützen. Der DOSB wird auf diesen Grundlagen ergebnisoffen

prüfen, ob eine zukünftige Olympiabewerbung sinnvoll ist. Allerdings ist eine Bewerbung

um die Spiele im Jahr 2020 freilich schon angesichts der bereits Ende Juli 2011

endenden Abgabefrist ausgeschlossen.“

Es besteht daher kein Grund, bereits heute eine Entscheidung gegen oder zugunsten einer

erneuten Bewerbung zu treffen.

Es sei aber gestattet, an dieser Stelle noch einmal den Mehrwert der Bewerbung für die

Landeshauptstadt hervorzuheben. Ein mediales Interesse an unserer Stadt wie wir es

durch die Olympiabewerbung erleben durften, hätten wir mit den üblichen Werbemaßnahmen

und -kampagnen niemals finanzieren können. Allein beim Besuch der Evaluie

4

Seite

rungskommission waren 180 internationale Journalisten akkreditiert, die aus dem Pressezentrum

im Rathaus in alle Welt berichteten.

Alleine 33.000 Online-Artikel über München und die Bewerbung wurden produziert und

von zig-tausenden potentiellen künftigen Gästen gelesen.

Bei der Entscheidung in Durban am 6. Juli 2011 waren in München 250 Journalisten akkreditiert,

die im Vorfeld darüber berichteten, wie die Spiele hier stattfinden könnten und

wie wir den Entscheidungstag begehen. In Durban waren 618 Medienvertreter vor Ort.

Die Bewerbungsgesellschaft hat eine repräsentative Medienmappe zusammengestellt,

die einen Eindruck vermittelt, wie sehr München im Fokus des weltweiten öffentlichen Interesses

stand.

4. „

sich mit den strukturellen Schwächen auseinandersetzt. Anschließend wird die Bewerbergesellschaft

zum Jahresende 2011 aufgelöst.“

Die Gründe für das Scheitern der Münchner Bewerbung sind bereits vom DOSB hinreichend

erläutert worden. Die Entscheidung des IOC war sportpolitisch motiviert, von

strukturellen Schwächen in der Münchner Bewerbung kann nicht die Rede sein. Im Gegenteil,

das Münchner Konzept und der Auftritt der Bewerbungsgesellschaft und aller

Repräsentanten waren überzeugend und professionell.

Die Bewerbungsgesellschaft erstellt eine abschließende Dokumentation ihrer Arbeit, sie

wird bis zum Herbst vorliegen.

Die Gesellschafterversammlung hat in ihrer letzten Sitzung am 14. Juli 2011 die Auflösung

der Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH bis zum 01.09.2011 beschlossen.

Im Anschluss beginnt die Liquidation.

Die Bewerbergesellschaft erhält den Auftrag, einen Abschlussbericht zu erstellen, der

5.

und Gemeinden Südbayerns zur Frage: „Wie weiter mit dem Wintersport und sportlichen

Großereignissen in den Alpen und im Voralpenland?“

Die Organisation von Kongressen der Städte und Gemeinden Südbayerns zählt nicht zu

den Aufgaben der Landeshauptstadt München. Das Thema ist aus Anlass der Bewerbung

intensiv in der Metropolregion und in den Partnergemeinden zusammen mit den einschlägigen

Verbänden diskutiert worden und bedarf keiner weiteren Erörterung. Falls dennoch

Bedarf an einer weiterenThematisierung gesehen wird, wird empfohlen, eine solche Veranstaltung

beim Freistaat Bayern oder den Tourismus- und Umweltverbänden zu initiieren.

„Der Abschlussbericht fließt ein in die Vorbereitung eines Kongresses der Städte

Seite 5

Anhörung des Bezirksausschusses

In dieser Beratungsangelegenheit ist die Anhörung des Bezirksausschusses nicht vorgesehen

(vgl. Anlage 1 der BA-Satzung).

Eine rechtzeitige Zuleitung der Vorlage an die Gremiumsmitglieder war aufgrund der knappen

Zeit leider nicht möglich.

II. Antrag des Referenten

1. Der Stadtrat nimmt vom Vortrag des Referenten zustimmend Kenntnis.

2. Der Antrag Nr. 08-14/02633 von DIE LINKE vom 07.07.2011 ist damit geschäftsordnungs

gemäß behandelt.

3. Dieser Beschluss unterliegt nicht der Beschlussvollzugskontrolle.

III. Beschluss

nach Antrag.

Der Stadtrat der Landeshauptstadt München

Der / Die Vorsitzende Der Referent

Bürgermeister/-in Christian Ude

ea. Stadtrat / ea. Stadträtin Oberbürgermeister

Seite 6

IV.

über den Stenografischen Sitzungsdienst

Abdruck von I. mit III.

an das Direktorium - Dokumentationsstelle

an die Stadtkämmerei

an das Revisionsamt

z. K.

V. Wv. Oberbürgermeister, Stabsstelle München 2018

1. Die Übereinstimmung vorstehenden Abdrucks mit der beglaubigten Zweitschrift wird bestätigt.

2.

An das Direktorium - Rechtsabteilung

An das Baureferat

An das Kommunalreferat

An das Kreisverwaltungsreferat

An das Kulturreferat

An das Personal- und Organisationsreferat

An das Referat für Arbeit und Wirtschaft

An das Referat für Gesundheit und Umwelt

An das Referat für Stadtplanung und Bauordnung

An das Referat für Bildung und Sport / Sportamt

An das Sozialreferat

An die Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH

An die Olympiapark München GmbH

An die Stadtwerke München GmbH

An die Stadtwerke München GmbH – Immobilienmanagement

An die Stadtwerke München GmbH – MVG

An die Messe München GmbH

An die GEWOFAG

An die GWG

z.K.

An das Direktorium - Geschäftsleitung

Am

I.A.

Original als PdF-Dokument: