Dokumente von DIE LINKE. Stadtratsgruppe München sind wie folgt benannt:
DATUM + REFERAT/ADRESSAT + AUTORIN + BESCHREIBUNG + DATEIENDUNG
Referat/AdressatIn | |
Kürzel | Referat/AdressatIn |
BAU | Baureferat |
DIR | Direktorium |
EXT | sonstige |
KLT | Kulturreferat |
KOM | Kommunalreferat |
KVR | Kreisverwaltungsref. |
OBM | Oberbürgermeister |
PLA | Referat für Stadtplanung und Bebauung |
POR | Personal- und Organisationsreferat |
RAW | Referat für Arbeit und Wirtschaft |
RGU | Referat für Umwelt und Gesundheit |
SCH | Schul- und Kultusreferat |
SOZ | Sozialreferat |
SKA | Stadtkämmerei (Finanzen) |
AutorIn | ||
Kürzel | Name | Funktion |
BW | Brigitte Wolf | Stadträtin |
DH | Dagmar Henn | Stadträtin |
OA | Orhan Akman | Stadtrat |
MF | Martin Fochler | Mitarbeiter |
MS | Mario Simeunovic | Mitarbeiter |
TK | Tino Krense | Mitarbeiter |
Telefon: 233 - 92076
Telefax: 233 - 27458
Oberbürgermeister
Stabsstelle München 2018
München lernt aus gescheiterter Olympiabewerbung München 2018
Antrag Nr. 08-14 / A 02633 von Frau Stadträtin Wolf, DIE LINKE, vom 08.07.2011
Sitzungsvorlage Nr. 08-14 / V 07346
1 Anlage
Beschluss der Vollversammlung des Stadtrates vom 27.07.2011
Öffentliche Sitzung
I. Vortrag des Referenten
Die LINKE hat am 07.07.2011 einen Antrag zur dringlichen Behandlung in der Vollversammlung
vom 27.07.2011 gestellt (Anlage 1).
Die Dringlichkeit für eine Beschlussfassung durch den Stadtrat ist nicht begründet oder angezeigt,
da die Entscheidung darüber, ob sich München erneut um die Olympischen und Paralympischen
Winterspiele bewerben soll, nicht aktuell ansteht.
Um aber Klarheit zu schaffen, soll dem Stadtrat über den aktuellen Sachstand kurz berichtet
werden.
Zu den 5 Punkten des o.g. Antrags wird wie folgt Stellung genommen:
1.
den Aktiven und Sportbegeisterten auf erfolgreiche und schöne Winterspiele in Südkorea.“
Die Vertreter der Bewerbungsgesellschaft und die in Durban anwesenden Gesellschafter
haben sich bereits unmittelbar nach der Entscheidung durch das IOC als gute Verlierer
erwiesen und der Delegation aus Südkorea zum eindrucksvollen Sieg gratuliert. Auch das
Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat dies am 13.07.2011
noch einmal offiziell getan.
„Die LHM gratuliert Pyeongchang herzlich zur erfolgreichen Bewerbung und freut sich mit
2.
Münchner Bewerbung unterstützt haben“.
Schon vor Wochen wurde vereinbart, dass die Hauptgesellschafter der Bewerbungsgesellschaft
München 2018 GmbH, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die
Landeshauptstadt München gemeinsam die Unterstützer der Münchner Olympiabewerbung
2018 zu einem Dankempfang einladen werden.
Bei der letzten Sitzung des Aufsichtsrats am 14. Juli 2018 haben sich die Beteiligten darauf
geeinigt, am Montag, dem 26. September 2011 um 18 Uhr in das Alte Rathaus einzuladen.
Die Einladungen werden noch im Juli versendet.
„Der Stadtrat bedankt sich herzlich bei allen Aktiven und Sportbegeisterten, die die
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3.
Ausrichter Olympischer Winterspiele nicht geeignet ist. Eine erneute Bewerbung für
Olympische Winterspiele wird es deshalb mit München nicht geben.“
Bei 63 Stimmen für Pyeongchang, 25 Stimmen für München und 7 Stimmen für Annecy
muss man in der Tat von einer klaren Niederlage sprechen, die aber nichts über die
künftige Eignung als Olympiastadt aussagt und auch nicht das widerspiegelt, was München
und seinen Mitstreitern in den vergangenen Monaten vor der Entscheidung sowie
nach der Entscheidung kommuniziert wurde. Im Gegenteil: München gilt gerade international
weiterhin als starke Bewerbung.
Der Bericht der Evaluierungskommission des IOC erschien am 10. Mai 2011. Allen drei
Kandidaten wird darin bestätigt, dass sie in der Lage seien, Olympische und Paralympische
Winterspiele auszurichten.
In zahlreichen Themengebieten wurde das Konzept ausdrücklich sehr positiv gewürdigt.
Der vollständige Bericht der Evaluierungskommission kann nachgelesen werden unter:
www.olympic.org/Documents/Commissions_PDFfiles/Evaluation_Commission/FINAL_
DRAFT_2018_EV_COM-ENG.pdf
Auch die internationalen Fachmedien berichteten, dass München nach der Evaluierungskommission
sowie gerade der technischen Präsentation vor dem IOC in Lausanne am
18. und 19. Mai 2011 einen Riesenschritt nach vorne gemacht hat.
Die Gründe für das dennoch überraschend deutliche Votum für Pyeongchang hat der
DOSB bereits in seiner Präsidiumssitzung am 13. Juli 2011 analysiert und folgenden Beschluss
gefasst:
„1. Das Präsidium gratuliert Pyeongchang (Südkorea), das vom IOC auf seiner 123.
Session in Durban am 6. Juli 2011 zum Austragungsort für die XXIII. Olympischen Winterspiele
und die XII. Paralympischen Winterspiele gewählt wurde, nachdem es zum dritten
Mal in Folge mit einer exzellenten Bewerbung angetreten war. Zugleich sind wir enttäuscht
darüber, dass unsere Bewerbung München 2018 nicht zum Zuge kam.
2. Das Präsidium dankt allen, die die Bewerbung München 2018 im Prozess der vergangenen
Jahre tatkräftig unterstützt haben, insbesondere der Landeshauptstadt München
mit der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen und dem Landkreis Berchtesgadener
Land, dem Freistaat Bayern, der Bundesregierung, den nationalen Förderern und den
weiteren Partnern der Bewerbung sowie den vielen Sportbotschaftern. Bundespräsident
Christian Wulff sind wir außerordentlich dankbar dafür, dass er die Bewerbung vor dem
IOC in Durban tatkräftig vertreten hat. In den Dank schließen wir das Team der Bewerbungsgesellschaft,
die Mitarbeiter der Gesellschafter und die Mitglieder von Kuratorium
und Aufsichtsrat ein. Sie alle haben eine herausragende Arbeit für dieses, wie es Bundestag
und Bundesregierung formuliert haben, „nationale Anliegen“ geleistet und eine
Bewerbung vorgelegt, die nach Auffassung sämtlicher Beobachter in Konzeption und
Präsentation höchsten Ansprüchen genügte.
3. Das Präsidium begrüßt, dass die Bewerbung der Sportentwicklung in Deutschland
einen großen Schub gegeben und damit den Stellenwert des Sports in unserer Gesell
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„Angesichts der klaren Niederlage gesteht sich München ein, dass die Stadt alsSeite
schaft gesteigert hat. Das gilt insbesondere für das Verhältnis von Sport und Umwelt;
der Schutz unserer natürlichen Ressourcen und die Gewährleistung von Nachhaltigkeit
im und durch Sport sind unser genuines Anliegen. In vielen Schulen war Olympia mit
seinen Werten Thema. Wir stimmen Bundesinnenminister Friedrich, Ministerpräsident
Seehofer, Oberbürgermeister Ude und vielen weiteren Partnern und Beobachtern im Inund
Ausland ausdrücklich in der Einschätzung zu, dass die Bewerbung sinnvoll war und
national wie international positive Auswirkungen auf das Bild unseres Landes hatte. Vor
allem der Freistaat Bayern mit seiner Landeshauptstadt und den beteiligten Kommunen
profitiert von der Imagewerbung durch die positive Präsentation auf allen fünf Kontinenten.
4. Das Präsidium erinnert daran, dass die Entscheidung für die Bewerbung München
2018 bereits im Jahr 2007 getroffen wurde, also zu einem Zeitpunkt, als eine neuerliche
Bewerbung Südkoreas eher unwahrscheinlich erschien. Mit dem dritten Eintritt Pyeongchangs
in das Rennen um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele
zwei Jahre später war klar, dass es für München nicht leicht werden würde. Dennoch
hat die Deutlichkeit des Ergebnisses vom 6. Juli 2011 dann alle nationalen und internationalen
Beteiligten und Beobachter überrascht. Nach vielen Gesprächen mit IOCMitgliedern,
Präsidenten von Internationalen Sportfachverbänden und Nationalen Olympischen
Komitees, Experten und Beobachtern kommen wir zu dem Schluss: Die Entscheidung
des IOC war ein klares Votum für Pyeongchang und Asien, aber nicht gegen
München und Deutschland. Sie gründete vor allem auf der Absicht, den zweimal knapp
gescheiterten asiatischen Bewerber aus geopolitischen Überlegungen nun zum Zug
kommen zu lassen. Konzept und Präsentation unserer Bewerbung trafen im IOC und in
der Welt des Sports auf erheblich mehr Zustimmung, als die Stimmenzahl signalisiert.
5. Das Präsidium freut sich darüber, dass es von vielen Seiten ermuntert wird, erneut
eine deutsche Olympiabewerbung auf den Weg zu bringen. Wir sehen dies als klares
Zeichen für die Zustimmung der Menschen in Deutschland zu Olympia. Das Präsidium
spricht sich im Einvernehmen mit den übrigen Gesellschaftern von München 2018 dafür
aus, diese Frage sorgfältig und ohne Zeitdruck zu untersuchen. Dabei sind das Bewerbungsrennen
um die Olympischen Spiele 2020 und erste Erkenntnisse über die Kandidaten
für die Winterspiele 2022 zu berücksichtigen. Bedeutsam für die erneute Anstrengung
einer Olympiabewerbung wird auch sein, ob alle Kräfte aus Sport und Politik, Wirtschaft
und Gesellschaft zusammengeführt und mobilisiert werden könnten, um diese in
jeder Hinsicht tatkräftig zu unterstützen. Der DOSB wird auf diesen Grundlagen ergebnisoffen
prüfen, ob eine zukünftige Olympiabewerbung sinnvoll ist. Allerdings ist eine Bewerbung
um die Spiele im Jahr 2020 freilich schon angesichts der bereits Ende Juli 2011
endenden Abgabefrist ausgeschlossen.“
Es besteht daher kein Grund, bereits heute eine Entscheidung gegen oder zugunsten einer
erneuten Bewerbung zu treffen.
Es sei aber gestattet, an dieser Stelle noch einmal den Mehrwert der Bewerbung für die
Landeshauptstadt hervorzuheben. Ein mediales Interesse an unserer Stadt wie wir es
durch die Olympiabewerbung erleben durften, hätten wir mit den üblichen Werbemaßnahmen
und -kampagnen niemals finanzieren können. Allein beim Besuch der Evaluie
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Seite
rungskommission waren 180 internationale Journalisten akkreditiert, die aus dem Pressezentrum
im Rathaus in alle Welt berichteten.
Alleine 33.000 Online-Artikel über München und die Bewerbung wurden produziert und
von zig-tausenden potentiellen künftigen Gästen gelesen.
Bei der Entscheidung in Durban am 6. Juli 2011 waren in München 250 Journalisten akkreditiert,
die im Vorfeld darüber berichteten, wie die Spiele hier stattfinden könnten und
wie wir den Entscheidungstag begehen. In Durban waren 618 Medienvertreter vor Ort.
Die Bewerbungsgesellschaft hat eine repräsentative Medienmappe zusammengestellt,
die einen Eindruck vermittelt, wie sehr München im Fokus des weltweiten öffentlichen Interesses
stand.
4. „
sich mit den strukturellen Schwächen auseinandersetzt. Anschließend wird die Bewerbergesellschaft
zum Jahresende 2011 aufgelöst.“
Die Gründe für das Scheitern der Münchner Bewerbung sind bereits vom DOSB hinreichend
erläutert worden. Die Entscheidung des IOC war sportpolitisch motiviert, von
strukturellen Schwächen in der Münchner Bewerbung kann nicht die Rede sein. Im Gegenteil,
das Münchner Konzept und der Auftritt der Bewerbungsgesellschaft und aller
Repräsentanten waren überzeugend und professionell.
Die Bewerbungsgesellschaft erstellt eine abschließende Dokumentation ihrer Arbeit, sie
wird bis zum Herbst vorliegen.
Die Gesellschafterversammlung hat in ihrer letzten Sitzung am 14. Juli 2011 die Auflösung
der Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH bis zum 01.09.2011 beschlossen.
Im Anschluss beginnt die Liquidation.
Die Bewerbergesellschaft erhält den Auftrag, einen Abschlussbericht zu erstellen, der
5.
und Gemeinden Südbayerns zur Frage: „Wie weiter mit dem Wintersport und sportlichen
Großereignissen in den Alpen und im Voralpenland?“
Die Organisation von Kongressen der Städte und Gemeinden Südbayerns zählt nicht zu
den Aufgaben der Landeshauptstadt München. Das Thema ist aus Anlass der Bewerbung
intensiv in der Metropolregion und in den Partnergemeinden zusammen mit den einschlägigen
Verbänden diskutiert worden und bedarf keiner weiteren Erörterung. Falls dennoch
Bedarf an einer weiterenThematisierung gesehen wird, wird empfohlen, eine solche Veranstaltung
beim Freistaat Bayern oder den Tourismus- und Umweltverbänden zu initiieren.
„Der Abschlussbericht fließt ein in die Vorbereitung eines Kongresses der Städte
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Anhörung des Bezirksausschusses
In dieser Beratungsangelegenheit ist die Anhörung des Bezirksausschusses nicht vorgesehen
(vgl. Anlage 1 der BA-Satzung).
Eine rechtzeitige Zuleitung der Vorlage an die Gremiumsmitglieder war aufgrund der knappen
Zeit leider nicht möglich.
II. Antrag des Referenten
1. Der Stadtrat nimmt vom Vortrag des Referenten zustimmend Kenntnis.
2. Der Antrag Nr. 08-14/02633 von DIE LINKE vom 07.07.2011 ist damit geschäftsordnungs
gemäß behandelt.
3. Dieser Beschluss unterliegt nicht der Beschlussvollzugskontrolle.
III. Beschluss
nach Antrag.
Der Stadtrat der Landeshauptstadt München
Der / Die Vorsitzende Der Referent
Bürgermeister/-in Christian Ude
ea. Stadtrat / ea. Stadträtin Oberbürgermeister
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IV.
über den Stenografischen Sitzungsdienst
Abdruck von I. mit III.
an das Direktorium - Dokumentationsstelle
an die Stadtkämmerei
an das Revisionsamt
z. K.
V. Wv. Oberbürgermeister, Stabsstelle München 2018
1. Die Übereinstimmung vorstehenden Abdrucks mit der beglaubigten Zweitschrift wird bestätigt.
2.
An das Direktorium - Rechtsabteilung
An das Baureferat
An das Kommunalreferat
An das Kreisverwaltungsreferat
An das Kulturreferat
An das Personal- und Organisationsreferat
An das Referat für Arbeit und Wirtschaft
An das Referat für Gesundheit und Umwelt
An das Referat für Stadtplanung und Bauordnung
An das Referat für Bildung und Sport / Sportamt
An das Sozialreferat
An die Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH
An die Olympiapark München GmbH
An die Stadtwerke München GmbH
An die Stadtwerke München GmbH – Immobilienmanagement
An die Stadtwerke München GmbH – MVG
An die Messe München GmbH
An die GEWOFAG
An die GWG
z.K.
An das Direktorium - Geschäftsleitung
Am
I.A.