Dokumente von DIE LINKE. Stadtratsgruppe München sind wie folgt benannt:
DATUM + REFERAT/ADRESSAT + AUTORIN + BESCHREIBUNG + DATEIENDUNG
Referat/AdressatIn | |
Kürzel | Referat/AdressatIn |
BAU | Baureferat |
DIR | Direktorium |
EXT | sonstige |
KLT | Kulturreferat |
KOM | Kommunalreferat |
KVR | Kreisverwaltungsref. |
OBM | Oberbürgermeister |
PLA | Referat für Stadtplanung und Bebauung |
POR | Personal- und Organisationsreferat |
RAW | Referat für Arbeit und Wirtschaft |
RGU | Referat für Umwelt und Gesundheit |
SCH | Schul- und Kultusreferat |
SOZ | Sozialreferat |
SKA | Stadtkämmerei (Finanzen) |
AutorIn | ||
Kürzel | Name | Funktion |
BW | Brigitte Wolf | Stadträtin |
DH | Dagmar Henn | Stadträtin |
OA | Orhan Akman | Stadtrat |
MF | Martin Fochler | Mitarbeiter |
MS | Mario Simeunovic | Mitarbeiter |
TK | Tino Krense | Mitarbeiter |
München hat ein Problem. Kinder in Münchner Grundschulen sind mit vielen verschiedenen Muttersprachen aufgewachsen; in manchen Schulen müssen fast alle SchülerInnen dem Unterricht in einer Fremdsprache folgen. Das ist aber wesentlich anstrengender als Unterricht in der Muttersprache; selbst die meisten Erwachsenen hätten ein Problem damit, fünf Stunden täglich in einer Sprache zu lernen, die sie begrenzt beherrschen. Eigentlich müsste die Schule darauf reagieren. Die LehrerInnen müssten ausgebildet sein, mit dieser Lage umzugehen, und selbst die Lehrpläne müssten auf diese Lage angepasst werden, etwa durch einen höheren Anteil nichtsprachlicher Vermittlung. Auch längere Erholungsphasen wären nötig. Das Minimum aber bestünde darin, dass die LehrerInnen Kenntnisse darüber besitzen, wie man Deutsch als Fremdsprache unterrichtet (was sich inhaltlich und strukturell vom Unterricht Deutsch für Muttersprachler unterscheidet).
Das bayrische Staatsministerium sieht dieses Problem nicht und bietet eine Weiterbildung in diesem Bereich nur sehr begrenzt an (für genau 24 LehrerInnen pro Jahr für alle Grund-, Haupt- und Förderschulen Bayerns). Weiterbildung ist aber der Schlüssel, um tatsächlich eine Verbesserung für die Grundschulkinder zu erreichen – die wenigsten LehrerInnen kommen frisch von der Universität, der Altersschnitt an den Grundschulen liegt OECD-weit am höchsten, deutlich über 50. Eine Veränderung muss also an dem Personal ansetzen, das bereits in den Schulen arbeitet. Das Staatsministerium lässt einfach eine weitere Generation Kinder mit Migrationshintergrund programmiert scheitern.
Die Stadt München hat eigentlich eine andere Sicht der Dinge und will integrieren, nicht ausgrenzen. Um eine wirkliche Gleichstellung von Kindern mit Migrationshintergrund zu erreichen, wären aber die oben erwähnten Maßnahmen dringend geboten. Nur auf einen kleinen Teil hat die Stadt München für die Grundschulen überhaupt eine Einwirkungsmöglichkeit – auf das Angebot der Weiterbildung. Die Gestaltung des Lehrplans, die Stundentafel, die Personalauswahl – all das entzieht sich ihrer Einflussnahme, weil es in der Hand des Landes liegt.
Natürlich wäre ein kommunales Angebot im Bereich Deutsch als Zweitsprache eine freiwillige Leistung, rechtlich zumindest. Natürlich kann die Stadt die Hände in den Schoß legen und warten, bis irgendwann die fünfte oder sechste Generation keine besondere Unterstützung mehr braucht. Und bis dahin so tun, als wäre schon alles in Ordnung so.
Genau so sieht die Antwort auf meinen Antrag aus. Statt die Gelegenheit zu ergreifen und zumindest mal den Bedarf darzustellen, wurde lapidar darauf verwiesen, dafür sei das Land zuständig. Und das Land antwortet auf die Fragestellung mit einer Aufzählung, die gar nichts besagt.
Macht nichts, schließlich können wir hinterher viel Geld für Warteschleifen ausgeben, wenn die Kinder mal aus der Schule raus sind. Man hatś ja.
Das Antwortschreiben aus des Schul- und Kultusreferats der Landeshauptstadt München im Original