Dokumente von DIE LINKE. Stadtratsgruppe München sind wie folgt benannt:
DATUM + REFERAT/ADRESSAT + AUTORIN + BESCHREIBUNG + DATEIENDUNG
Referat/AdressatIn | |
Kürzel | Referat/AdressatIn |
BAU | Baureferat |
DIR | Direktorium |
EXT | sonstige |
KLT | Kulturreferat |
KOM | Kommunalreferat |
KVR | Kreisverwaltungsref. |
OBM | Oberbürgermeister |
PLA | Referat für Stadtplanung und Bebauung |
POR | Personal- und Organisationsreferat |
RAW | Referat für Arbeit und Wirtschaft |
RGU | Referat für Umwelt und Gesundheit |
SCH | Schul- und Kultusreferat |
SOZ | Sozialreferat |
SKA | Stadtkämmerei (Finanzen) |
AutorIn | ||
Kürzel | Name | Funktion |
BW | Brigitte Wolf | Stadträtin |
DH | Dagmar Henn | Stadträtin |
OA | Orhan Akman | Stadtrat |
MF | Martin Fochler | Mitarbeiter |
MS | Mario Simeunovic | Mitarbeiter |
TK | Tino Krense | Mitarbeiter |
München, 23.09.2008
Dringlichkeitsantrag: Call-Center der Telekom in München dürfen nicht geschlossen werden
Die Telekom AG plant die Schließung von mehreren Call-Center Standorten bis zum Jahr 2010, darunter auch den Standort München in der Dingolfinger Straße mit insgesamt 438 Arbeitsplätzen. Bürgermeister Monatzeder hat sich am 25. August 2008 mit einem Brief an die Telekom-Chefs gewandt und darin die Erwartung formuliert, dass die Telekom von ihren Plänen Abstand nimmt und das Service-Centers in München weiterhin betreibt. Da diese Aufforderung bisher leider ohne Erfolg geblieben ist, sind weitere Schritte nötig, um die Schließung des Call-Centers zu verhindern.
Die Beschäftigten der Telekom AG halten jeden Montag eine Protestkundgebung ab, um die Schließung des Call-Centers zu verhindern und damit ihre Arbeitsplätze zu retten. Da die Umsetzung der Schließungspläne bereits im vollen Gang ist, ist ein dringendes Handeln erforderlich.
Der Stadtrat möge deshalb beschließen:
Begründung:
60 Prozent (256 Arbeitsplätze) der durch die Auflösung des Münchner Telekom-Standorts betroffenen Beschäftigten sind Frauen, 15 Prozent (63 Arbeitsplätze) sind Schwerbehinderte und 30 Prozent (128 Arbeitsplätze) sind Teilzeitbeschäftigte. Für viele dieser Beschäftigten bedeutet der Verlust ihres Arbeitsplatzes in Folge der geplanten Standortschließung eine unzumutbare Härte. Das Angebot der Telekom an Ersatzarbeitsplätzen an anderen Telekom-Standorten in Traunstein, Kempten und Augsburg ist für viele Beschäftigte ein Scheinangebot, da sie aufgrund ihrer familiären Situation oder aufgrund ihrer Behinderung in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und nicht noch längere Fahrtwege in Kauf nehmen können, als sie dies bereits jetzt tun. Darüber hinaus bringt ein längerer Fahrtweg auch höhere finanzielle Aufwendungen mit sich. Dies wiegt umso schwerer, als dreiviertel der Beschäftigten des Münchner Call-Centers in die drei niedrigsten Entgeltstufen eingruppiert sind und damit nicht gerade zum gutverdienenden Bevölkerungsteil gerechnet werden können.
Ein Teil der Beschäftigten wurde erst kürzlich von einem anderen, inzwischen geschlossenen Telekom-Standort nach München versetzt, mit der Aussicht, dass ihn dort ein sicherer Arbeitsplatz erwartet. Durch eine wiederholte Versetzung werden den Telekom-Beschäftigten, ohne wirtschaftliche Not, nochmals hohe Belastungen aufgebürdet. Diejenigen Beschäftigten, die das Angebot der Telekom nicht wahrnehmen können, werden letztendlich dazu gezwungen, ihren Arbeitsplatz bei der Telekom ganz aufzugeben. Die Telekom AG kann sich mit dieser Methode betriebsbedingten Kündigungen und den damit verbundenen Konsequenzen entziehen.
Die Telekom AG begründet ihre Schließungspläne ausdrücklich damit, dass es aus Effizienzgründen erforderlich ist, wirtschaftlich unrentable, kleinere Call-Center zu schließen und stattdessen größere Einheiten aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grunde verwundert es doch sehr, dass ausgerechnet der Münchner Standort geschlossen werden soll, da er der zweitgrößte in Bayern ist. Zudem wurde das Münchner Call-Center erst in jüngster Zeit aufwendig modernisiert. Insofern bleibt es fragwürdig, welches die eigentlichen Gründe sind, die die Verantwortlichen bei der Telekom AG zur Schließung des Standorts veranlassen.
Die Stadt München braucht den Erhalt des Telekom-Standorts München nicht nur für ihren Erfolg als Wirtschaftsstandort sondern auch, damit motivierte Arbeitskräfte weiterhin einen sicheren Arbeitsplatz haben und nicht auf öffentliche Transferleistungen angewiesen sind. Für viele von ihnen wird es schwierig werden, einen geeigneten Ersatzarbeitsplatz zu finden. Die Beschäftigten der Telekom AG sind in ihrem Einsatz für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze auf Solidarität und Unterstützung angewiesen. Der Münchner Stadtrat kann seinen Einfluss bei den Verantwortlichen der Telekom AG geltend machen und den Beschäftigten damit helfen.
Orhan Akman
Stadtrat der LINKEN.