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Namenskonvention der Dokumente

Erläuterung der Systematik von Dokumentnamen

Dokumente von DIE LINKE. Stadtratsgruppe München sind wie folgt benannt:
DATUM + REFERAT/ADRESSAT + AUTORIN + BESCHREIBUNG + DATEIENDUNG

Referat/AdressatIn

Kürzel

Referat/AdressatIn

BAU

Baureferat

DIR

Direktorium

EXT

sonstige

KLT

Kulturreferat

KOM

Kommunalreferat

KVR

Kreisverwaltungsref.

OBM

Oberbürgermeister

PLA

Referat für Stadtplanung und Bebauung

POR

Personal- und Organisationsreferat

RAW

Referat für Arbeit und Wirtschaft

RGU

Referat für Umwelt und Gesundheit

SCH

Schul- und Kultusreferat

SOZ

Sozialreferat

SKA

Stadtkämmerei (Finanzen)

AutorIn

Kürzel

Name

Funktion

BW

Brigitte Wolf

Stadträtin

DH

Dagmar Henn

Stadträtin

OA

Orhan Akman

Stadtrat

MF

Martin Fochler

Mitarbeiter

MS

Mario Simeunovic

Mitarbeiter

TK

Tino Krense

Mitarbeiter

2. Dezember 2008

C&A spendet für bedürftige Kinder, senkt aber die Gehälter bei den eigenen Beschäftigten

München, 2.12.2008

Anfrage: C&A-Spende: Wohltätigkeit durch Lohnraub gegenfinanziert?

In der Rathaus Umschau vom 27.11.2008 wurde berichtet, dass die Münchner C&A Filialen die Aktion „Schülerlunch“, eine Aktion der Münchner Sozialstiftung und des SZ-Adventskalenders, mit einem Betrag von 10.000 Euro unterstützen. Mit dem Geld soll die Mittagsbetreuung für Kinder aus Familien mit geringem Einkommen finanziert werden.

Die Linke begrüßt die Spende von C&A für diesen Zweck ausdrücklich. Wünschenswert wäre jedoch, wenn sich die Eigentümer von C&A gegenüber den Beschäftigten ihrer Filialen ebenso großzügig zeigen und diesen ein angemessenes Gehalt zukommen lassen würden.

Doch stattdessen versucht derzeit die Firma C&A – auch in den Münchner Filialen - die Beschäftigten zum Lohn- bzw. Gehaltsverzicht zu zwingen. In einer „Verzichtserklärung“, welche gerade in den C&A-Filialen im Umlauf ist, sollen sich die Beschäftigten z.B. zum Verzicht auf Samstagszuschläge sowie die Zuschläge nach 20.00 Uhr bereit erklären.

Dabei geht es C&A im Gegensatz zu anderen Kauf- und Warenhäusern wirtschaftlich blendend. Die Eigentümer von C&A gehören mit einem Privatvermögen von 26 Mrd. Euro zu den reichsten Familien Deutschlands. Das Unternehmen verzeichnet permanente Umsatz- und Gewinnzuwächse. Trotz dieser positiven Entwicklungen hat das Unternehmen die Arbeitszeiten für die Beschäftigten Ende 2005 von 37,5 auf 40 Stunden erhöht, was einer Lohnkürzung um 6,7 Prozent gleichkommt. Zudem gibt C&A seit Beginn des Jahres 2006 die tarifvertraglichen Gehaltserhöhungen des Einzelhandels nicht mehr an die Beschäftigten weiter, weil das Unternehmen sich aus der Tarifbindung verabschiedet hat.

Die Eigentümer von C&A haben ihr Vermögen den Beschäftigten zu verdanken. Diese haben es verdient, einen Teil vom erwirtschafteten Gewinn abzubekommen, zumal die Einkommen im Einzelhandel bekanntermaßen generell nicht sonderlich hoch sind. Für ein Unternehmen, das sich für seine Mildtätigkeit gegenüber notleidenden Kindern rühmt, ist es skandalös, wenn es auf der anderen Seite die Beschäftigten ohne wirtschaftliche Not zur Kasse bittet.

Vor diesem Hintergrund stelle ich dem Oberbürgermeister folgende Fragen:

  1. Sind diese Kürzungsmaßnahmen sowie die Missstände bei der Firma C&A zum Zeitpunkt der Spende dem Oberbürgermeister bekannt gewesen?
    a) Wenn ja, warum wurden in der Rathaus Umschau die Missstände mit keinem Wort erwähnt?
    b) Wenn nein, wird es nun in der Rathaus Umschau zu den Kürzungsmaßnahmen der Firma C&A eine Stellungnahme des Oberbürgermeisters geben?
  2. Warum wird die Rathaus Umschau als Werbeplattform für die Firma C&A benutzt?
  3. Werden seitens der Landeshauptstadt München bei der Sammlung von Spenden für soziale Zwecke irgendwelche Kriterien zu Grunde gelegt oder spielt die Quelle der Spenden keine Rolle?
  4. Welche Möglichkeiten der Einflussnahme sieht der Oberbürgermeister in seiner Funktion, um gegen die Kürzungen bei den C&A-Beschäftigten vorzugehen?
  5. Plant der Oberbürgermeister die Spendenaktion zum Anlass für ein Gespräch mit der C&A-Geschäftsleitung in München zu nehmen, um darauf hinzuwirken, dass C&A keine Kürzungen beim Personal vornimmt und die Verzichtserklärung rückgängig macht?
  6. Wurden die 10.000 Euro von der Firma C&A vom Privatvermögen der Firmeninhaber oder aus dem laufenden Geschäft des Unternehmens gespendet?

Orhan Akman        
Stadtrat der LINKEN.